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11. Februar 2012 12:03 Uhr

Betreuung

Stadt will ihren Kleinsten mehr bieten

Am Kindergarten Nord in Weißenhorn soll eine neue Krippengruppe entstehen

Weißenhorn Mehr Plätze für die Betreuung von kleinen Kindern sollen in der Fuggerstadt entstehen: Am Kindergarten Nord könnte eine neue Krippengruppe mit zwölf Plätzen eingerichtet werden. Dies will die Stadtverwaltung den Stadträten in einer Sitzung am Montag, 13. Februar, vorschlagen. Der Kindergarten an der Grundschule müsste umgebaut werden. Die Kosten dafür schätzt Hauptamtsleiterin Katrin Geiger auf rund 170000 Euro. Das Geld ist aus Sicht der Verwaltung gut angelegt: „Die Nachfrage ist sicherlich da.“ Die Fuggerstadt kann derzeit 49 Krippenplätze anbieten. Alle sind belegt, Eltern müssen sich in Wartelisten eintragen.

Die Entwicklung der Kinderzahlen lasse sich zwar langfristig nur schwer voraussagen, so Geiger. Doch zuletzt hatte sich in der Fuggerstadt ein Trend gezeigt: Während die Anmeldungen in einigen Kindergärten eher zurückgingen, fragten immer mehr Eltern nach Betreuungsangeboten für kleine Kinder. Ein Beispiel: Der AWO-Kindergarten „Villa Milchzahn“. Dort hat man sich auf die neue Situation eingestellt: Es wurden Kindergartenplätze gestrichen – in einem Anbau aber Platz für 24 kleine Kinder geschaffen. Ende September nahmen die beiden Gruppen den Dienst auf. In den jüngsten Bürgerversammlungen war die Kinderbetreuung stets ein Thema. Bürgermeister Dr. Wolfgang Fendt schilderte den großen Bedarf anhand des AWO-Kindergartens: „Sie waren schon ausgebucht, bevor der erste Stein gelegt war.“

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Überdachte Freifläche könnte zu einem Ruheraum werden

Auch im Kindergarten Nord sind Umbauten notwendig: Aus einer überdachten Freifläche soll ein Ruheraum werden, im Inneren des Gebäudes müsste aus zwei Abstellzimmern ein Raum entstehen, in dem die kleinen Kinder gewaschen und gewickelt werden können. Für die Bauarbeiten am Kindergarten sind rund 140000 Euro veranschlagt, dazu kommen wohl noch 30000 Euro für die Einrichtung.

In der Ratssitzung will Hauptamtsleiterin Geiger weitere Vorschläge unterbreiten, wie die Betreuung in Weißenhorn weiter verbessert werden kann. So sollen die Kindergärten grundsätzlich für Kinder unter drei Jahren geöffnet werden. Deren Eltern müssten aber mehr bezahlen, als für einen „normalen“ Kindergartenplatz: Angedacht sind erhöhte Sätze für knapp unter Dreijährige, für jüngere Kinder würden die vollen Krippengebühren erhoben. Darüber hinaus soll eine sogenannte „Großtagespflegestelle“ eingerichtet werden – eine Tagesmutter und eine Erzieherin könnten in geeigneten Räumen bis zu zehn Kinder betreuen. „So könnten wir flexibel auf weitere Nachfragen eingehen“, sagt Geiger. Auch Firmen sollen in dieser Einrichtung Plätze buchen können. Finanziert werden könnte die Pflegestelle ähnlich wie die Kindergärten mit Geldern aus der Stadtkasse wie auch aus staatlichen Töpfen.

Zudem soll das Ferienprogramm der Stadt Weißenhorn ausgebaut werden. Das Problem: Schüler haben länger Ferien, als ihre Eltern Urlaub. Zwar könnten Kinder der ersten beiden Klassen in der Ferienzeit mitunter ihre ehemaligen Kindergärten besuchen, für ältere Schüler bestehe diese Möglichkeit aber nicht, so Geiger. Als Vorbild für ein zukünftiges Modell gilt die Stadt Neu-Ulm: Dort wird für insgesamt acht Wochen Betreuung angeboten.

In Pfaffenhofen stehen Kindergärten bereits offen

Der Blick aus dem Weißenhorner Rathaus schweift auch nach Pfaffenhofen: Dort sind Kindergärten für Kinder unter drei Jahren geöffnet, die Gebühren orientieren sich am Alter. Für Kinder von zwei bis zweieinhalb Jahren sind Krippensätze fällig, Eltern von Zweieinhalb- bis Dreijährigen bezahlen Kindergartengebühren plus 30 Euro. Trotzdem setzten die Markträte weiter auf Krippenplätze: Am AWO-Kindergarten „Sonnenschein“ in Berg sollen künftig 24 kleine Kinder betreut werden. Bislang stehen in der Kindertagesstätte St. Martin für die gesamte Marktgemeinde insgesamt 18 Plätze für die Kleinsten zur Verfügung. Alle sind derzeit belegt: „Der Bedarf ist auf jeden Fall da“, resümiert Bürgermeister Josef Walz.

„Andere Wege“ geht dagegen die Gemeinde Roggenburg, sagt Bürgermeister Franz-Clemens Brechtel. Laut einer Umfrage bei 70 Einwohnern halten nur zwei Bürger eine Krippe für notwendig. Derzeit wird der Kindergarten in Schießen ausgebaut, danach sollen Kinder ab einem Alter von einem Jahr aufgenommen werden. „Bei uns denken die Eltern wohl etwas anders, sie wollen eigene Zeit schenken“, sagt Brechtel. Und fügt hinzu: „Was gibt es Schöneres?“

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