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07. Februar 2012 07:53 Uhr

Ulm

Stararchitekt steht heute vor Gericht

Stefan Braunfels muss heute  die Frage nach der 500000-Euro-Überweisung beantworten

Ulm Ulms Baubürgermeister Alexander Wetzig drückt heute seinem Freund Stefan Braunfels die Daumen: Denn, wenn der Münchner Stararchitekt nach der um 15 Uhr in Saal 113 des Ulmer Amtsgericht beginnenden Verhandlung frei gesprochen wird, ist auch er einen Makel an seinem Image los. Denn falls sich Braunfels als unschuldig erweist, wird es auch nicht zum Prozess gegen den Baubürgermeister kommen. Insbesondere die Fraktion der Grünen im Ulmer Gemeinderat betrachtete Integrität und Vorbildfunktion Wetzigs als beschädigt, seit publik wurde, dass sein Studienfreund eine halbe Million Euro auf seinem Konto geparkt hatte.

Wie berichtet, war das Verfahren gegen Wetzig wegen Beihilfe zur Vereitelung der Zwangsvollstreckung im Mai abgetrennt und der Prozess gegen Braunfels wegen Nachermittlungen vertagt worden.

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Die Staatsanwaltschaft wirft dem Architekten vor, im Februar 2009 eine halbe Million Euro auf das Privatkonto Alexander Wetzigs überwiesen zu haben, um es dem Zugriff des Finanzamtes zu entziehen. Später war das Geld zurücküberwiesen worden, ohne dass es angetastet worden war. Gegen einen Strafbefehl in Höhe von 90 Tagessätzen hatte Alexander Wetzig 2010 Einspruch eingelegt. Deshalb sollte es zur öffentlichen Verhandlung vor Gericht kommen, was zuletzt platzte, weil der zuständige Richter auf eine Beerdigung musste. Heute peilt nun der Vorsitzende Richter Hans Lohrmann ein Urteil an. „Man weiß allerdings nie, was noch für Anträge kommen sagt er. Das Strafmaß bewegt sich zwischen Geldstrafen in unterschiedlichsten Höhen und bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe.

Andere Vermögenswerte stehen im Zentrum

Die Frage nach der Höhe des Vermögens von Braunfels wird wohl im Zentrum des Prozesses stehen. Denn, wenn sich herausstellt, dass der Architekt mehrere gefüllte Konten, Grundstücke oder etwa Gemäldesammlungen sein Eigen nennt, ist der Vorwurf „Vereiteln der Zwangsvollstreckung“ durch die Überweisung einer halben Millionen Euro kaum mehr aufrecht zu halten. Stephan Braunfels baute zwei der drei Gebäude Ulmer Neuen Mitte.

In einem Gutachterverfahren im Jahre 2003 entschieden sich die Investoren für die Entwürfe Braunfels’, der unter anderem zuvor mit der Münchner „Pinakothek der Moderne“ für Furore gesorgt hatte. (heo)

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