Neu-Ulm Der Wahnsinn hat einen Namen: Keko Yoma. Unter diesem Namen propagiert eine junge chilenische Band ihre musikalische Narrenfreiheit. Die Flussmeisterei in Neu-Ulm verwandelten sie in ein musikalisches Tollhaus. Das Publikum fand das "irre".

In weißen Anstaltskitteln stürmen sie die Bühne und geben die Losung ans Publikum weiter: "Dance and fly". Mit dem Fliegen wurde es angesichts der sprichwörtlich schwäbischen Bodenhaftung nichts, aber nach ein paar Nummern von Keko Yoma ist dann kein Halten mehr: allgemeines Gliederzucken vor der Bühne zu einer musikalischen Abfolge, die keinerlei Grenzen kannte - mal Rock, mal Reggae, dann Cumbia und Samba.
Michael Jacksons Thriller wird durch den Latino-Fleischwolf gedreht. Der Sänger mit dem Kuhschwanz hüpft über die Bühne, als sei er an ein Starkstrom-Kabel angeschlossen, verkleidet sich in irrsinniger Geschwindigkeit, schwitzt, singt, hüpft ins Publikum, zieht wie der Rattenfänger von Hameln die Zuschauer hinter sich her: ein König der Animateure - und keiner fragt, ob dieser chilenische Derwisch gedopt sein muss. Denn bei all dieser physischen Hochleistung macht Keko Yoma perfekte Musik. Die Band kombiniert Rock, Punk und Ska mit einer unendlichen Vielzahl von Instrumenten aus der chilenischen Heimat und zieht liebend gerne Welthits durch den Kakao.
Seit 2004 touren die Chilenen von Kontinent zu Kontinent, spielen mit dem Publikum verrückt. Die Flussmeisterei war an diesem warmen Sommerabend der ideale Ort, sich derart auszutoben. Ein Schwabe wunderte und freute sich: "So viel Spaß für so wenig Eintrittsgeld".
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