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23. Februar 2011 00:00 Uhr

Rössle

Über Wert

Käufer boten laut Gutachter zu viel

Ein Gutachter hat den Wert der Brauereigaststätte Rössle untersucht. Sein Ergebnis: Das Angebot zweier Käufer lag wohl darüber.
Foto: rfu

Weißenhorn Zu tief in die Tasche gegriffen: Nach einem Gutachten zur ehemaligen Brauerei Rössle haben die Kaufinteressenten offenbar ein Angebot über Wert abgegeben. Dies verkündete Bürgermeister Dr. Wolfgang Fendt nun im Stadtrat: „Ich hoffe, sie stehen noch zu ihrem Angebot.“ Er hatte die Studie zum Rössle wie berichtet in Auftrag gegeben, nachdem Kritik an den Umständen des Verkaufes laut geworden war.

Im Dezember hatten die Stadträte in nicht öffentlicher Sitzung ein Kaufangebot einer Architektengemeinschaft aus Langenau mit drei Gegenstimmen angenommen. Thomas Schulz, Mitglied der Anbietergemeinschaft und SPD-Stadtrat, musste sich einige Vorwürfe seiner Ratskollegen anhören. Er habe das Geschäft durch sein Insiderwissen eingefädelt und das Gremium das Gebäude unter Wert veräußert. Letzteres ist laut Bürgermeister Fendt nach dem Gutachten vom Tisch: „Er hat es über Wert erworben, nicht darunter.“

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Auch im Landratsamt Neu-Ulm liegt das Gutachten bereits vor. Die Kommunalaufsicht vergleicht nun Wert und Angebot. Sie muss klären, ob die Entscheidung des Stadtrates im Dezember zulässig war. Für den vorderen Teil des Gebäudes boten die Architekten rund 95000 Euro, für den hinteren Teil ein anderer Investor eine nicht genannte Summe. Laut bayerischer Gemeindeordnung dürfen „Vermögensgegenstände nur zu ihrem vollen Wert veräußert werden“. Der Befund wird in den kommenden Tagen erwartet.

SPD-Stadtrat sieht sich durch Ergebnis bestätigt

SPD-Stadtrat Schulz sieht sich durch das Ergebnis des Gutachtens bestätigt: „Für mich ist das eine Genugtuung.“ Er habe bereits vermutet, dass man eher zu viel geboten habe als zu wenig: „Das hat unser Angebot ein Stück weit zurück ins richtige Licht geholt.“

Hinter den Vorwürfen wittert Schulz persönliche Motive mancher Ratskollegen. Sie hätten die Hintergründe des Verkaufs wissentlich verdreht: „Wer keine Ahnung hat, der sollte nachfragen.“

Der Architekt will nun das Ergebnis der Rechtsprüfung abwarten. Er könne sich vorstellen, dann in Sachen Rössle noch einmal nachzuverhandeln. Er will das Vorhaben nicht verloren geben: „Wir haben viel Herzblut in das Rössle gesteckt.“ Er hoffe, dass ein Kaufvertrag zustande komme. (caj)

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