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20. August 2010 20:05 Uhr

Südtirol

"Urlaub" für Harte: Mitanpacken bei den Bergbauern

Heribert Dützer engagiert sich in der Südtiroler Bergbauernhilfe. Das ist eine harte Arbeit, die ihn auch schon mal ins Krankenhaus gebracht hat.

Romantik sieht anders aus. Das wird klar, als Heribert Dützer die Tür öffnet. Sein rechter Arm ist in Gips verpackt. "Ein Unfall mit der Sense", sagt er nur. Heribert Dützer engagiert sich in der Südtiroler Bergbauernhilfe. Gerade ist er von einem Arbeitseinsatz aus Prad zurückgekehrt. Dort hat er einem Bauern geholfen, das Heu einzubringen.

Wer aber glaubt, das sei ein Urlaub mit ein bisschen Arbeit, der irrt. Wer sich auf das Projekt vom "Verein Freiwillige Arbeitseinsätze" mit Sitz in Bozen einlässt, lernt sehr schnell, was es heißt, auf 1200 Metern Höhe Heu zu machen.

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Die Hänge sind steil, Maschinen sind kaum einsetzbar, also ist beim Heuen Handarbeit gefragt. Und das muss man können. "Da geht einem schon manchmal die Puste aus", lacht Heribert Dützer, der lange in Illerberg lebte und jetzt in Bellenberg wohnt. Und man kann auch mal Pech haben, als ihm beim Wetzen die Sense entglitt und er sich eine tiefe Schnittwunde am Arm zufügte. "Das musste im Krankenhaus Schlanders behandelt werden."

Durch eine Apothekenzeitung wurde er auf das Freiwilligen-Projekt aufmerksam. Er informierte sich im Internet und wurde fündig. Er bewarb sich bei dem Verein in Bozen und bot seine Hilfe an. "Ich füllte einen Fragebogen aus, musste berichten, was ich kann und welche Arbeit ich gerne machen möchte." Da Heribert Dützer von einem Bauernhof stammt - er wurde in Holpe bei Gummersbach geboren - war ihm landwirtschaftliche Arbeit nicht fremd. Also startete er seinen ersten Versuch. Das war 2007. Jetzt macht sich der ehemalige Postbeamte, heute 60 Jahre alt und Pensionär, zwei Mal im Jahr auf die Reise nach Südtirol, um Bergbauern bei der Arbeit zu helfen. "Für Kost und Logis, den Sprit zum Zielort zahlt man selbst."

Wie ein Familienmitglied

Dützer war schon auf verschiedenen Höfen, aber bei Familie Schöpf in Prad-Lichtenberg gefiel es ihm besonders gut. Zwei Wochen brachte er dort zu. "Bei Schöpfs wurde ich wie ein Familienmitglied behandelt. Das tat gut." Die Arbeit auf dem Bauernhof ist für den gelernten Schwaben wie "das Eintauchen in eine andere Welt. Ich habe mich schon immer dafür interessiert, wie wohl die Menschen früher gelebt haben." Und ein bisschen dieser archaischen Welt gibt es heute noch, aber sie ist weit davon entfernt, eine heile Welt zu sein. Zu hart ist der Existenzkampf der Bergbauern, selbst wenn sie Zimmer an Gäste vermieten. Das Leben auf einem Bergbauernhof geht nach besonderen Regeln vor sich. "Eine entscheidende Frage ist, wie wird das Wetter? Denn danach wird die Arbeit eingeteilt. Heribert Dützer tut sie mit Begeisterung. "Ein wenig kann man dort immer noch im Einklang mit der Natur leben." Der nächste Aufenthalt steht schon fest. (ub)

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