Ulm (heo) - Die Erleichterung war dem Neu-Hotelier Thomas Eifert bei der feierlichen Eröffnung am Freitagabend ins Gesicht geschrieben. Alles ging glatt. Gut zwei Jahre nach dem Spatenstich kann heute der erste zahlende Gast sein Zimmer im neuen Hotel in der Friedrichsau beziehen. Wenn das gebuchte Zimmer im fünften Stock liegt, wird sich der Gast nicht nur über eine prima Aussicht auf den See der Friedrichsau freuen. Die ganze Etage ist quasi eine bewohnbare Ausstellung über die weltbekannte Ulmer Hochschule für Gestaltung (HfG). In Schwarz-weiß gehalten mit den passenden Fototapeten und HfG-Accessoires wie Bill-Hocker oder Nick Roerichts Stapelgeschirr.


Der Neu-Hotelier Thomas Eifert ließ sich bei der feierlichen Gala im neu renovierten Kleinen Saal der Donauhalle so richtig feiern. Doch Ulms Prominenz war nicht nur gekommen um Rote Bete-Schaum, Hällisches Landschwein und Alb-Linsentaboulé zu verköstigen. Satte 75 000 Euro kamen an Spenden zusammen. Dafür soll der ebenfalls durch Spenden finanzierte Baby-Notarztwagen "Baby-Muck" (wir berichteten) einen speziellen Transportinkubator (Brutkasten) erhalten.
Möglicherweise lag die Spendenbereitschaft von Ulms Industriellen am Charme der ARD-Wetterfee Claudia Kleinert, die Eifert für die Moderation des Abends eigens angeheuert hatte. Oder aber an der Überzeugungskraft eines Gastronomen, der bereits vor Jahren als Retter des Großhändlers für Gastronomiebedarf "HoGaKa" ein gutes Händchen für scheinbar aussichtslose Belange gezeigt hatte.
Ein gutes Händchen wurde Eifert auch von Ulms OB Ivo Gönner ("ein mutiger Unternehmer") attestiert, der sich glücklich darüber zeigte, dass durch die Millioneninvestition das Naherholungsgebiet Friedrichsau inklusive der Ulmer Messe nachhaltig in seiner Bedeutung und Anziehungskraft gestärkt werde. Viel Lob heimste Eifert auch für die verwendete ökologische Gebäudetechnik ein. Beheizung und Kühlung erfolgen über thermische Nutzung des Grundwassers (siehe Info). Eine zusätzliche Wärmeerzeugung ist nicht erforderlich. Bei diesem Vorgang werden angeblich auch Staubpartikel und Pollen ausgefiltert, sodass das Raumklima im Niedrigenergie-Hotel ganz besonders für Allergiker geeignet sei.
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