Mittwoch, 17. Januar 2018

03. Januar 2018 06:20 Uhr

Ausblick

Vöhringen blickt hoffnungsvoll in die Zukunft

Beim Neujahrsempfang gibt es mehrere Gründe für Optimismus. Die Stadt hat einiges vor. Von Ursula Katharina Balken

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Fähnchen fürs neue Jahr: (von links) Leiter der Polizeiinspektion Franz Mayr, Karl Janson, Pfarrer Martin Straub.
Foto: Balken

In einer nahezu philosophischen Ansprache nannte Pfarrer Martin Straub beim Neujahrsempfang die Begriffe „wahr, schön und gut. Eine Trilogie, die in eine gute Zukunft führen kann“. Christen seien überzeugt vom Wahren, Schönen und Guten. Schönheit verweist auf Inneres im Menschen, dazu gehöre auch das Ja zur Schöpfung. „Wer über Schönes staunt, steht schon im Gebet“, sagte Straub, „und über das Wahre und Gute nachzudenken, wäre ein guter Anfang.“

Die Stadt und die katholischen Pfarrgemeinden haben geladen und zahlreiche Menschen sind zum Neujahrsempfang ins Josef-Cardijn-Haus gekommen. Dieses Treffen zum Jahresbeginn hat Tradition, „weil es die freundschaftliche Verbundenheit zwischen den Gemeinden zeigt“, wie Straub sagte.

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Nicht alle Wünsche lassen sich erfüllen

Bürgermeister Karl Janson sieht hoffnungsvoll in die Zukunft, wenngleich sich wohl nicht alle Wünsche erfüllen lassen. Die Haushaltslage ließe keine großen Sprünge zu, schon im vergangenen Jahr habe der Etat nur mit einer Kreditaufnahme ausgeglichen werden können. Aber eine ausreichende finanzielle Ausstattung der Kommunen durch Bund und Länder sei eine unabdingbare Voraussetzung, damit die Stadt wie auch andere Kommunen ihre Aufgaben bewältigen können. Wenn Vöhringen auch nicht zu den finanziell schwächsten Städten zähle, so müssten doch wichtige Vorhaben und Investitionen auf nachfolgende Haushaltsjahre verschoben werden. „Doch bei globaler Betrachtung leben wir noch in fast paradiesischen Verhältnissen.“

Bildung wird auch in den kommenden Jahren eine führende Rolle bei der Stadt spielen. „Eine kommunale Bildungslandschaft zu schaffen, ist das Ziel“, sagte Janson. Der Schwerpunkt liege deshalb auch nach wie vor auf der Kinderbetreuung. Im Augenblick geht es darum, weitere Investitionen in den Kindertagesstätten vorzunehmen. Es sollen zusätzliche Plätze für Kinder unter und über drei Jahren geschaffen werden.

Auch will die Stadt sich auf die Schaffung von Wohnraum konzentrieren. Es sei aber ein Spagat zwischen der steigenden Nachfrage und dem sparsamen Umgang mit den vorhandenen Flächen. „Grund und Boden stehen nicht unbegrenzt zur Verfügung.“ Erfreulich für Vöhringen: Die Stadt wächst. Aktuell ist mit den Zweitwohnungen die 14000-Einwohner-Marke geknackt. Mit den Hauptwohnsitzen beträgt die Bevölkerungszahl 13670. Das bringe auch Herausforderungen für den Ausbau der Infrastruktur, erklärte Janson. Vöhringen sei eine weltoffene und soziale Stadt, dabei kinder- und familienfreundlich und auch ein starker Wirtschaftsstandort, dessen Stärkung eine weitere Aufgabe für die Zukunft sei. Janson nannte Vöhringen eine „lebendige und liebenswerte Stadt“. Seinen Dank richtete Janson an alle, die sich ehrenamtlich engagieren – sie alle setzen sich für die Gemeinschaft ein.

Der Bürgermeister wendet sich gegen zu viel Egoismus

Nachdrücklich wandte Janson sich gegen das Fordern und Streben nach mehr Geld, materiellem Wohlstand und immer mehr persönlichem Freiraum. Die Gesellschaft sehe sich mit zunehmendem Egoismus bis hin zu hemmungsloser Gewalt, Aggression, Hass und Wut konfrontiert. Politische Themen polarisieren die Menschen bis hin zum kommunalen Bereich. Unruhestifter wollten bewusst provozieren, verbale und körperliche Angriffe gehören mittlerweile für viele zum Berufsalltag.

Pfarrer Jochen Teuffel, Vertreter der evangelischen Gemeinde, sprach von Zahlen, von denen man sich nicht treiben lassen soll. „In Zahlen allein kann man sich auf Dauer verlieren.“ Teuffels Appell: „Anteilnahme zeigen, die Begegnung suchen.“ Die Vereine der Stadt leisteten auf diesem Gebiet sehr viel, seien unentbehrlich. Er wünschte den Menschen „Glück in Fülle“ und endete mit einem Segensspruch. Der Empfang wurde musikalisch gestaltet von Vroni Wagner-Schmid, Christina Schmid (Harfe), Christoph Erb (Euphonium), begleitet von Magnus Schneider am Flügel.

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