Mittwoch, 17. Januar 2018

03. Januar 2018 06:00 Uhr

Landkreis

Vogelfreunde legen sich auf die Lauer

Bürger können am bundesweiten Forschungsprojekt teilnehmen und am Wochenende die Arten im Garten zählen. Wie das funktioniert.

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Die graue Kappe lässt auch für Laien erkennen: Hier sitzt ein Haussperling im Baum.
Foto: Nadine Wolf (Archivbild)

Die Vogelfreunde in der Region zücken am Wochenende wieder Stift und Fernglas: Denn von Freitag, 5. Januar, bis Sonntag, 7. Januar, findet wieder das deutschlandweite Forschungsprojekt „Stunde der Wintervögel“ statt, das der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) ins Leben gerufen haben. Bei der Mitmachaktion sind die Bürger gefragt: Eine Stunde lang sollen sich auf die Lauer legen und Piepmätze in den Gärten zählen.

Mitmachen kann bei der Aktion jeder, wie Ralf Schreiber, Pressesprecher der Kreisgruppe Neu-Ulm des LBV, erklärt. Am Ende der einstündigen Vogelbeobachtung wird jeweils die „höchste, gleichzeitige Anzahl einer Art“ im Bogen notiert. „Wichtig ist, dass man sich etwa eine Stunde Zeit nimmt, sich hinsetzt und sich ein bisschen mit der Vogelwelt auskennt“, sagt Schreiber. Beispielsweise ist es für Laien gar nicht so leicht, Haus- und Feldsperling zu unterscheiden, weiß Schreiber. Das auffälligste Detail: Das Männchen des Haussperlings hat eine graue Kappe, die gibt es beim Feldsperling nicht. Um den weiblichen Hausspatz zu erkennen, muss man noch ein bisschen genauer hinsehen.

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Wer sich unsicher ist, kann sich vorher auf der Website des LBV informieren – oder vor Ort am Samstag, 6. Januar, ab 14 Uhr bei einer der beiden Veranstaltungen der LBV-Kreisgruppe Neu-Ulm: Treffpunkt ist zum einen die TSV-Gaststätte Am Muthenhölzle in Neu-Ulm, zum anderen der Parkplatz des Friedhofs in Illereichen an der Gottesackerstraße.

Im vergangenen Jahr haben sich rund 100 Bürger im Landkreis an der Mitmachaktion beteiligt. „Die Anzahl schwankt im Landkreis sehr stark“, sagt Schreiber. Vor ein paar Jahren waren es schon einmal doppelt so viele freiwillige Vogelzähler. Schreiber vermutet, dass das mit der Wahrnehmung zu tun hat, dass in milden Wintern in besiedelten Gebieten kaum Vögel zu sehen sind. Denn dann finden die Tiere auch außerhalb beispielsweise auf manchen Äckern noch genug Futter und müssen nicht auf die Futterhäuschen in städtischen Gärten zurückgreifen. Und wenn wenige Vögel zu sehen seien, würden Manche denken, man müsste gar nicht zählen. Dabei gilt: Je mehr mitmachen, desto weniger fallen einzelne Fehler ins Gesicht, betont Schreiber.

Er rät, die Zählung als „Ruhepause“ zu sehen, bei der man einfach die Landschaft betrachten und eine Stunde abschalten könne – und den Zählbogen am besten gleich griffbereit zu haben. (aat)

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