Dienstag, 6. Dezember 2016

04. März 2016 21:00 Uhr

Ulm

Vorwürfe: Antisemitismus an Volkshochschule Ulm

Vorträge über Israel und den Palästinakonflikt schlagen in Ulm hohe Wellen. Die Deutsch-Israelische Gesellschaft fordert die Absage einer Veranstaltung mit Arn Strohmeyer.

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Die Geschwister-Scholl sind in der Ulmer Volkshochschule präsent (Symbolbild). Schwere Vorwürfe erhebt die Deutsch-Israelische Gesellschaft in Richtung der Ulmer Volkshochschule.
Foto: Alexander Kaya

Schwere Vorwürfe erhebt die Deutsch-Israelische Gesellschaft in Richtung der Ulmer Volkshochschule: In einer Presseerklärung, verschickt von Irene Hahn, der stellvertretende Vorsitzenden der Sektion Ulm/Neu-Ulm, wird der Bildungseinrichtung Antisemitismus unterstellt.

Aktueller Aufhänger ist ein für kommenden Mittwoch geplanter Vortrag des Journalisten Arn Strohmeyer im Einstein–Haus, der bekannt sei für antizionistische Positionen. Dieser Termin, der in Kooperation mit dem Haus der Begegnung stattfindet, stehe in einer langen Reihe von antiisraelischen Veranstaltungen, die auf eine Delegitimierung des jüdischen Staates und seines Rechts auf Selbstverteidigung hinauslaufe. „Wir fordern ein Ende dieser als Israelkritik getarnten latent oder offenen antisemitischen Positionen“, sagt Hahn. Einen „Skandal“ stelle es dar, dass diese Veranstaltungen aus öffentlichen Geldern finanziert werden. Die Deutsch-Israelische Gesellschaft fordert eine Absage der Veranstaltung.

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Eine Forderung, der die Ulmer Volkshochschule nicht nachkommen werde, wie Dagmar Engels, die Leiterin betont. Weder die Veranstaltung mit Strohmeyer noch eine andere Veranstaltung der Volkshochschule in der Vergangenheit sei von Antisemitismus geprägt. Auch die Vereinten Nationen würden den Staat Israel in mehreren Punkten im Zusammenhang mit dem Palästina-Konflikt kritisieren. Hier müsse zwischen Religion und Politik unterschieden werden.

Bis nach Israel hat es der Konflikt um Vorträge in der Ulmer Volkshochschule schon geschafft: In der Jerusalem Post schildert Benjamin Weinthal, Deutschland-Korrespondent, illustriert mit einem Foto Albert Einsteins, dass es bereits in der Vergangenheit „Anti-israelische“ Veranstaltungen in der Ulmer Volkshochschule gab: Demnach sprach 2011 etwa Annette Groth, eine harsche Kritikerin des jüdischen Staates über den Gaza-Streifen. Eine Politikerin der Linken, die es zu einer unrühmlichen Erwähnung auf der Liste des Simon-Wiesenthal-Centers brachte: Seit 2010 veröffentlicht die Nichtregierungsorganisation in Los Angeles jedes Jahr eine Top-Ten antisemitischer und antiisraelischer Vorfälle beziehungsweise Schmähungen weltweit.

Arn Strohmeyer ist nicht unumstritten

Auch der nun ins Kreuzfeuer der Kritik geratene Strohmeyer ist nicht unumstritten. Als der Autor sein neues Buch zum Nahost-Konflikt in Bremen vorstellen wollte, wurde der Vortrag kurzerhand – offenbar auf Druck der Jerusalem Post - abgesagt. Strohmeyer wehrt sich auf Anfrage unserer Zeitung dagegen, als Antisemit abgestempelt zu werden, nur weil er „Israels Politik und ihr Vorgehen gegen die Palästinenser vom klaren Standpunkt des Völkerrechts und der Menschenrechte aus kritisiere“. Ein Vorgehen, dass jede kritische Auseinandersetzung mit der israelischen Politik unterbinden soll, ist in seinen Augen totalitär und eine Gefahr für die im Grundgesetz verbürgte Presse-, Informations- und Meinungsfreiheit. Sein Vortrag in Bremen werde nachgeholt, weil sich die dortige Stadtverwaltung für ihn eingesetzt habe.

Die Volkshochschule, die wie Leiterin Engels betont, nur zu 20 Prozent von der Stadt finanziert werde, will sich nicht beirren lassen. Lothar Heusohn, der Fachbereichsleiter Politik, hält es für dringend geboten, dass ein sachlicher öffentlicher Diskurs über israelische Regierungspolitik stattfinde. „Es ist grotesk, dass ausgerechnet die Ulmer Volkshochschule in die Nähe von Antisemiten gerückt wird“, sagt Heusohn. Es sei das Vermächtnis der von den Nazis ermordeten Geschwister Hans und Sophie Scholl, sich bei Menschenrechtsverletzungen öffentlich zu äußern und zu engagieren. Hier sei die demokratischen Streitkultur wieder lebendig.

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