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23. Februar 2011 00:00 Uhr

Energie

Wärme aus nah und fern

Stadtrat beschließt Ausbau eines Netzes. Schlösser sollen mit Biogas beheizt werden

Weißenhorn Erst nah, dann fern: Die Schlösser sollen künftig über ein Blockheizkraftwerk (BHKW) beim Freibad beheizt werden. Das Biogas dafür liefert ein Landwirt aus Grafertshofen. Die Wärme soll vom Bad über eine neue Leitung in die Altstadt gelangen. Die Stadträte haben beschlossen, diese sogenannte Nahwärmeversorgung aufzubauen. Dazu sollen jetzt genaue Pläne ausgearbeitet werden. Doch die Wärme wird künftig nicht nur aus der Nachbarschaft kommen – die Leitungen sehen auch einen Anschluss für das geplante Fernwärmenetz des Landkreises Neu-Ulm vor. Dann könnte auch die Müllverbrennungsanlage in den Schlössern für warme Stuben sorgen.

Angebot des Landwirtes überzeugt die Räte offenbar

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Das Angebot des Landwirtes hat die Stadträte offenbar überzeugt, sie wollen künftig auf Biogas setzen: Der Bauer wird ein Blockheizkraftwerk am Freibad bauen, dazu eine Leitung von seiner Biogasanlage in Grafertshofen zum Bad. Das Kraftwerk soll mit dem Gas befeuert werden. Die entstehende Energie wird dafür sorgen, dass Wasserratten im Frühling und Sommer in warmem Wasser planschen können. Bislang sorgt eine Erdgasheizung für wohlige Temperaturen im Bad. Sie soll weiterhin bestehen bleiben – und zur Not einspringen, sollte die Lieferungen von Biogas aus Grafertshofen einmal ausbleiben.

Der Landwirt hatte weiterhin angeboten, auch eine Leitung zu den Schlössern zu verlegen. Doch das will die Verwaltung lieber in eigener Verantwortung erledigen. Auch wenn der Bau nach Angaben von Stadtbaumeister Burkhard Günther wohl einige Hunderttausend Euro kosten wird. Doch die Hoheit übers Netz wollten sich Verwaltungsmitarbeiter und Stadträte nicht aus den Händen nehmen lassen. Immerhin sind Umbauten geplant, sobald der Landkreis sein Wärmenetz aufbaut. Dann soll auch das Müllheizkraftwerk Energie zuliefern.

Über die städtische Leitung soll schon bald Wärme in die Schlösser strömen, sagt Stadtbaumeister Günther: „Wir brauchen die Heizung im nächsten Jahr.“ Auch könnten Feuerwehr, Bauhof und Rotes-Kreuz-Gebäude beheizt werden. Günther rechnet vor: Die Schlösser werden rund 250 Kilowattstunden Strom im Jahr verbrauchen, die Biogasanlage in Grafertshofen könnte etwa ebenso viel liefern. Diese Leistung ließe sich wohl auf rund 370 Kilowattstunden steigern. Dann blieben 120 für die drei Gebäude auf dem Feuerwehrgelände. Günther: „Wir müssen die Rohrleitung vom Bad ohnehin durch das Areal verlegen.“

Kombination mit Abwärme verursacht geringste Kosten

In der Sitzung präsentierte Ingenieur Stephan Ruchte aus Wilpoldsried bei Kempten fünf Varianten zum Ausbau des Wärmenetzes, darunter verschiedene Kombinationen aus Biogas und anderen Energiequellen. Demnach sorge eine Kombination aus Biogas und Abwärme des Müllheizkraftwerkes laut Schätzungen für die niedrigsten Kosten. Die Stadträte erachteten den Ausbau des Wärmenetzes einstimmig für sinnvoll, nun sollen Ingenieure die Pläne erstellen.

Laut Stadtbaumeister Burkhard Günther sollen nun auch Verhandlungen mit dem Landwirt aufgenommen werden, um genaue Preise für die Lieferung von Biogas zu vereinbaren.

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