Die Quelle der massenhaften Infektionen mit Legionellen in Ulm und Neu-Ulm ist gefunden - jetzt sollen die genauen Ursachen des Befalls geklärt werden. Dabei geht es auch um die Frage, wer die Verantwortung für die Serie von Todesfällen und Erkrankungen trägt.

Die Staatsanwaltschaft Ulm hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. "Ziel ist es, zu klären, ob sich jemand strafbar gemacht hat", sagte Leitender Oberstaatsanwalt Dr. Wolfgang Zieher.
Die Behörde will herausfinden, ob beim Einbau oder beim Betrieb der Klimaanlage bei der Telekom Fehler gemacht worden sind und ob es einen Kausalzusammenhang zwischen dem möglichen Fehlverhalten, der Ausbreitung der Legionellen, den Infektionen und den Folgen bei den Betroffenen gibt. Sollte sich dies bewahrheiten, stünde der Vorwurf der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung im Raum. Doch so weit sind die Ermittlungen noch lange nicht.
Es liege nun an dem Eigentümer des Gebäudes, ein Gutachten zu dem Befall der Klimaanlage und der Verbreitung der Legionellen vorzulegen, sagte Oberbürgermeister Ivo Gönner. "Darin muss geklärt werden: Wie kam's dazu und wie kann eine Wiederholung vermieden werden?" So lange bleibe die Anlage stillgelegt.
Wie berichtet, haben Experten der Gesundheitsbehörden vorige Woche einen Kühlturm auf dem Dach des Telekomgebäudes an der Olgastraße zweifelsfrei als Quelle der Legionellen-Infektionen identifiziert. "Wir arbeiten mit Hochdruck an einer vollständigen Aufklärung der Ursache", erklärte der Baukonzern Strabag als Eigentümer des Gebäudes.
Das Blockheizkraftwerk sei im September vorigen Jahres in Betrieb genommen worden. Bis zu seiner Stilllegung Mitte Januar sei es im Probe- und Abnahmebetrieb gelaufen. Die Anlage sei noch nicht in die Betriebsverantwortung der Strabag Property and Facility Services GmbH als Auftraggeberin und der Telekomtochter Power and Air Solutions als Eigentümerin übergegangen. (mru)
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