Räte stellen Zuschüsse an Vereine auf den Prüfstand. Liste mit Arbeitsstunden verlangt Von Jens Carsten



Weißenhorn Zwischen Bühnen, Brettern und Bänken – bevor in der Altstadt gefeiert werden kann, haben die Organisatoren jedes Jahr viel zu tun. Die Mitarbeiter des Bauhofes greifen den sieben Vereinen dabei unter die Arme. Zudem erhalten die Veranstalter Zuschüsse von der Stadt. Diese Hilfe sorgte nun im Finanzausschuss für Diskussionen. Einige Stadträte halten das Ausmaß der Unterstützung für zu hoch. Sie wollen nun klären, wie viel „Stadt“ tatsächlich im Altstadtfest steckt. Zudem ging es in der Sitzung um Zuschüsse für Kirche und Musiker.
Altstadtfest: Sieben Vereine organisieren das Altstadtfest. Sie erhielten dafür in den vergangenen Jahren steigende Zuschüsse von der Stadt – 1905 Euro im Jahr 2008, 3783 Euro im Jahr 2009 und im vergangenen Jahr 4586 Euro. Die Kosten setzen sich zu einem großen Teil aus den Arbeitsstunden von Bauhofmitarbeitern zusammen. Nun hatten die Räte im Hauptausschuss eine Anfrage für dieses Jahr auf dem Tisch liegen.
Andere Veranstalter könnten Ansprüche anmelden
Rat Bruno Simmnacher (PWG) warnte davor, dem Antrag zuzustimmen: „Sonst melden alle anderen Veranstalter auch Ansprüche an.“ Zum Altstadtfest selbst wählte er deutliche Worte: „Früher war es eine Veranstaltung mit Herz und Seele, heute ist es nur noch auf Kommerz ausgerichtet.“ Zudem seien viele Vereine offenbar immer weniger bereit, mit anzupacken. „Deshalb kommen so viele Arbeitsstunden für den Bauhof zusammen.“ In den Ortsteilen der Fuggerstadt liefen Vorbereitungen von Festen anders: „Auf dem Dorf baut jeder seinen WC-Wagen selbst auf.“ Rat Josef Wanner (CSU) pflichtete ihm bei: „Es kann nicht jeder zur Stadt kommen und sagen ,Ich will’“. Bürgermeister Dr. Wolfgang Fendt hielt es für möglich, dass sich das Fest über die Jahre verändert habe: „Aber man macht vielen Leuten eine Freude.“ Aus ihren Gewinnen finanzierten Vereine ihre Jugendarbeit. Rat Thomas Schulz (SPD) hakte ein: „Es sollte trotzdem kein reines Ess- und Trinkfest sein.“ Rat Werner Weiss (WÜW) bezeichnete das Altstadtfest als „wichtige Veranstaltung“. Doch die Stadt sollte aus ihrer Kasse nicht die Gewinne der Vereine finanzieren. Die Räte entschieden einstimmig, den Antrag zurückzustellen. Zunächst sollen die Veranstalter des Altstadtfestes ihre Bilanz vorstellen. Zudem sollen die Arbeitsstunden der Bauhofmitarbeiter aufgelistet werden.
Kirchen: Für den Ausbau der St.-Michael-Straße in Bubenhausen und den Hauptplatz in Weißenhorn hat die katholische Kirche als Anlieger Rechnungen von der Stadtverwaltung erhalten. Rund 6620 Euro verlangt die Verwaltung für die Straße, für den Hauptplatz rund 18250 Euro. Die bischöfliche Finanzkammer Augsburg beantragte nun, diese Zahlungen zu erlassen oder Zuschüsse dafür zu gewähren. Bürgermeister Fendt informierte, man habe in der Berechnung bereits Abschläge gewährt. Die Räte waren der Auffassung, der Kirche Zuschüsse zu gewähren. Wie hoch die Sätze ausfallen sollten, darüber gingen die Meinungen auseinander. Einig waren sich die Räte darin, dass generelle Regelungen für Zuschüsse getroffen werden sollten. Eine Entscheidung über die Anträge der Finanzkammer wurde vertagt.
Westen: Der Männergesangverein Hegelhofen hat für neue Westen einen Zuschuss über 4030 Euro beantragt. Das Landratsamt stellte für die Westen eine Pauschale von 200Euro in Aussicht. Die Räte im Weißenhorner Hauptausschuss bewilligten einen Zuschuss in gleicher Höhe.
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