Sonntag, 20. August 2017

10. Dezember 2010 20:12 Uhr

Neu-Ulm

Wikileaks: Geheimdokumente im Fall El Masri aufgetaucht

Der Fall El Masri hat US-Diplomaten in Madrid auf Trab gehalten. Jetzt sind im Internet weitere Geheimdokumente über die CIA-Entführung aufgetaucht Von Bernhard Junginger

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El Masri

Der Fall El Masri hat US-Diplomaten in Madrid auf Trab gehalten. Jetzt sind im Internet weitere Geheimdokumente über die CIA-Entführung aufgetaucht.

Auch in Spanien haben US-Diplomaten die gerichtliche Verfolgung der mutmaßlichen Entführer von Khaled El Masri mit größtem Argwohn beobachtet. Das geht aus geheimen Depeschen hervor, die das Enthüllungsportal Wikileaks veröffentlicht hat. El Masri, der Deutsch-Libanese aus Senden, war als Entführungsopfer des amerikanischen Geheimdiensts CIA bekannt geworden. Später geriet er in die Schlagzeilen. weil er ein Feuer im Metro-Markt gelegt und zwei Männer, darunter den Neu-Ulmer Oberbürgermeister, verprügelt hatte. Wegen des Angriffs auf Gerold Noerenberg verbüßt er derzeit eine zweijährige Haftstrafe.

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Im Zuge der Veröffentlichungen geheimer US-Diplomatenpost durch das Internet-Enthüllungsportal Wikileaks waren bereits Versuche amerikanischer Botschaftsangehöriger bekannt geworden, die Bundesregierung davon abzuhalten, internationale Haftbefehle gegen die verdächtigen CIA-Leute zu erwirken.

Jetzt wird deutlich: Auch zwischen der US-Botschaft in Spanien und der Regierung in Washington glühten im Fall El Masri die Drähte. Dies zeigen weitere Dokumente, die Wikileaks verbreitet hat. Der Entführungsfall El Masri hatte auch in Spanien hohe Wellen geschlagen und die Justiz beschäftigt. Denn das Flugzeug, mit dem El Masri entführt wurde, soll von der spanischen Ferieninsel Mallorca aus gestartet sein. CIA-Agenten waren angeblich am Tag vor der Verschleppung des in Senden wohnhaften Deutsch-Libanesen in Palma gelandet, wo die Geheimoperation begann.

Eine 13-köpfige Agentengruppe habe El Masri mit einer Boeing 737 entführt. Die Maschine habe Mallorca am 23. Januar 2004 verlassen und El Masri dann im Balkanstaat Mazedonien aufgenommen. Dort war der Sendener Ende 2003 von Agenten entführt worden. Die Entführer brachten ihn mit dem Flugzeug in ein Gefängnis in Afghanistan, wo er nach eigenen Angaben monatelang festgehalten und wiederholt misshandelt worden ist.

Später wurde er an der mazedonisch-albanischen Grenze ausgesetzt - angeblich, weil die CIA bemerkte, dass sie den Sendener mit einem mutmaßliche El-Kaida-Terroristen gleichen Namens verwechselt hatte.

In zwei Depeschen nach Washington vom Jahreswechsel 2007/2008 berichtet ein in Madrid stationierter amerikanischer Diplomat von seiner Besorgnis über die offenkundige Zusammenarbeit zwischen spanischen und deutschen Justiz- und Ermittlungsbehörden. Deutsche Ermittler, so kabelt der Diplomat, hätten zudem von Polizei und Medien aus Spanien Informationen bekommen, die zum Haftbefehl wegen Entführung und Körperverletzung gegen 13 "CIA-Mitglieder" geführt hätten.

Dass die spanische und deutsche Justiz sich in dem Fall miteinander abstimmen, bewertet der US-Diplomat in seinem Bericht als das "beunruhigendste Element dieser Episode". Im von Wikileaks veröffentlichten Dokument heißt es weiter: "Die Koordination unter unabhängigen Anklägern wird unsere Versuche erschweren, diesen Fall auf einer diskreten Ebene von Regierung zu Regierung zu lösen."

Auch die Auswirkungen der Entführungsaffäre auf die spanische Innenpolitik beschäftigen die US-Botschaft in Madrid. Die extreme Linke Spaniens werde alles tun, um das Thema weiter auf heißer Flamme zu kochen, heißt es.

Am Freitag musste Khaled El Masri vor dem Kölner Verwaltungsgericht eine Schlappe hinnehmen. Das Gericht entschied, dass sich die Bundesregierung nicht um die Auslieferung der 13 der Entführung verdächtigten CIA-Agenten bemühen muss. Bernhard Junginger

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