Neuer Kreisobmann gibt sich kämpferisch


Attenhofen Zwanzig Jahre lang stand Otto Herrmann (Steinheim) dem Neu-Ulmer Bauernverband und seinen 55 Ortsobmännern als Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) vor. Jetzt hört er auf.
47 Ortsobmänner wählten im Attenhofener „Hirsch“ Andreas Wöhrle aus Pfaffenhofen einstimmig zu ihrem neuen Kreisobmann. Die gleiche Zustimmung erhielt auch sein Stellvertreter Manfred Prestele (Thal). Mit den Kreisobmännern wurden nachfolgende Vorstandsmitglieder gewählt, die alle weit über die nötigen 50 Prozent der Stimmen bekamen: Markus Hafner (Schwaighofen, 45 Stimmen), Tobias Burghardt (Rennertshofen, 38), Bernhard Doser (Thalfingen, 35), Wolfgang Niebling (Wallenhausen, 34), Herbert Kanz (Dattenhausen, 33), Oliver Wiedenmann (Illerberg, 29).
„Ich danke Euch für Euer Vertrauen und werde unsere Belange so kämpferisch vertreten wie mein Vorgänger“, versprach der neue Kreisobmann.
Rückblick auf vier Amtsperioden
Otto Herrmann erinnerte an seine vier Amtsperioden, die von vielen gemeinsamen Aktionen, erfolgreichen Weichenstellungen für die Belange der Landwirtschaft und einer ebenso erfolgreichen Öffentlichkeitsarbeit gekennzeichnet gewesen seien. Er verwies auf „Höhepunkte“ wie die Teilnahme am Bayerischen Erntedankfest, an der Landesgartenschau in Neu-Ulm, an den Tag des offenen Bauernhofes, an die Aktion „Die Tiere sind los“ auf der Gewerbeausstellung in Weißenhorn oder an den „Erlebnisbauernhof“ im Legoland. „Mit Stolz“ blickte er auch auf die gemeinsamen Demonstrationen der Bauern in Brüssel, Straßburg, München und Berlin zurück und auf die Protestaktionen gegen Billigpreise vor den Aldi- und Lidl-Auslieferungslagern in Altenstadt und Pfaffenhofen oder vor dem Aldi-Markt in Illertissen. „Wir waren um 5 Uhr früh vor Ort und haben bewiesen, dass wir zu jeder Zeit und immer, wenn es nötig ist, um unsere Sache kämpfen“, meinte Herrmann. Er bedankte sich bei seinem Stellvertreter, seinen Vorstandskollegen und beim BBV für deren Unterstützung, wenn es um die EU-Agrarreform, den Getreidepreis, die Flächenstilllegungen, den Flächenverbrauch oder Aktionen wie „Landwirtschaft zuerst für den Teller“ ging.
Zu diesen Themen nahm auch BBV-Geschäftsstellenleiter Markus Müller Stellung. Er betonte, dass der BBV für eine „bäuerliche, wertorientierte, nachhaltige, innovative und vielfältige Land- und Forstwirtschaft“ stehe. In Bezug auf die Diskussionen um die Tierhaltung bedauerte Müller, dass diese „im Spannungsfeld von wenigen schwarzen Schafen auf der einen Seite und der Kuscheltierromantik auf der anderen“ stattfänden. Über Jahre hinweg werde das Thema Tierhaltung von Lehre und Forschung der Agraruniversitäten begleitet, deren Ergebnisse in die Gesetzgebung eingeflossen seien.
Studien belegten, dass Verbraucherwünsche und tatsächliches Kaufverhalten der Gesellschaft weit auseinandergingen. Das wichtigste Thema beim Einkauf sei immer noch die Preisorientierung.
Die Insolvenz der Drogeriemarktkette Schlecker habe aber gezeigt, dass der Lebensmitteleinzelhandel mit seiner Strategie „Geiz ist geil“ an seine Grenzen stoße. Preisdumping auf dem Rücken der Erzeuger schade nicht nur der Landwirtschaft, sondern dem ganzen ländlichen Raum.
In diesem Zusammenhang würden sich der BBV und seine Ortsverbände auch künftig für ein Verkaufsverbot unter Einstandspreis einsetzen. (mde)
Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.
Artikel kommentieren
| Artikel bewerten: