Freitag, 24. November 2017

29. Februar 2016 00:32 Uhr

Konzert

Zahlen statt Melodien

Das Schweizer Quartett „Sonar“ liefert im Club Orange kraftvolle Musik ohne Effekthascherei ab – und wird dafür belohnt Von Michael Peter Bluhm

i

So hätte sich der polnische Dichter Stanislaw Lem die Musik zu seinem in Hollywood verfilmten Science-Fiction-Roman „Solaris“ wohl vorgestellt, die das Schweizer Quartett „Sonar“ aus ihrem neuen Album „Black Light“ jetzt im Club Orange in der Ulmer vh vorstellte: Töne so präzise wie ein Uhrwerk, außerirdisch fremd und nah zugleich und perfektionistisch, als würden Roboter die Instrumente bedienen und die Zuhörer in einen Sogwirbel ziehen, aus dem es bis zum Ende des Konzertes kein Entrinnen gab.

Diese eidgenössische Band der Extraklasse musste vom Macher des Kunstwerk e.V. Klaus Köhler lange umworben werden, bis sie auf ihrer aktuellen Europatournee doch nach Ulm kam, wohl wissend, dass hierzulande die Schar von Fans experimenteller Musik eher überschaubar ist. Aber wie immer vor den Kunstwerkkonzerten konnte Köhler mit einem tollen Fünf-Gänge-Menü, von seiner Frau gekocht, in seinem Haus in Böfingen locken, sodass das Quartett gestärkt am Freitagabend den Club Orange betreten konnte und ein hoch konzentriertes Konzert ablieferte, an das man lange denken wird.

ANZEIGE

Das Konzept der Schweizer Jazzmusiker ist einfach, aber äußerst schwer umzusetzen: Songs zu komponieren, die nicht auf Melodien basieren, sondern auf Zahlen, Strukturen und Symmetrien. Kann so eine Musik grooven? Und wie, das bewiesen die beiden Gitarristen Stephan Thelen und Berhard Wagner, Christian Kuntner am Elektrobass und Schlagzeuger Manuel Pasquinelli zwei Stunden lang mit einem postminimalen Soundritual, das auch Stilmittel aus dem Jazz und Progressive Rock in sich vereinte. Schon der musikalische Einstieg mit der Nummer „Enneagram“ hämmerte sich regelrecht in das Gedächtnis des Zuhörenden rein. Bei dem Donner grollenden Tiefenbass von Christian Kuntner war man an den legendären Bassisten Dan Berglund des viel zu früh verstorbenen Esbjörn Svensson erinnert, der seinem Instrument geradezu pyschedelische Töne entlocken konnte.

Band macht ihrem Namen viel Ehre

Diese kraftvolle wie präzise Musik kam ohne Effekthascherei und musiktechnischem Brimborium aus – die Schweizer Musiker ließen nur ihre Instrumente sprechen und die hatten – um im Bild zu bleiben – viel zu sagen. Das wurde vom Publikum mit reichem Applaus belohnt.

Das Quartett hat seinem Namen „Sonar“ viel Ehre gemacht. Schließlich versteht man darunter auch das Orten von Gegenständen im Raum (und unter Wasser) mittels ausgesandter Schallimpulse. Und wahrlich schallimpulsiv und dröhnungsfrei war dieses Auftaktkonzert des Halbjahresprogramms 2016 vom Kunstwerk e.V. in der Ulmer Volkshochschule.

i

Schlagworte

Hollywood | Ulm | Böfingen

Ihr Wetter in Neu-Ulm
24.11.1724.11.1725.11.1726.11.17
Wetter Unwetter
                                                Wetter
                                                wolkig
	                                            Wetter
	                                            Regen
                                                Wetter
                                                Schneeschauer
Unwetter6 C | 13 C
0 C | 6 C
-1 C | 4 C
Das Wetter aus Ihrer Region
Nachrichten in Ihrer Region
Augsburger Allgemeine Aichacher Nachrichten Augsburger Allgemeine Donau Zeitung Donauwörther Zeitung Friedberger Allgemeine Günzburger Zeitung Illertisser Zeitung Landsberger Tagblatt Mindelheimer Zeitung Mittewlschwäbische Nachrichten Neu-Ulmer Zeitung Neuburger Rundschau Rieser Nachrichten Schwabmünchner Allgemeine Wertinger Zeitung
Alles rund um die Basketballer

Wie gut kennen Sie Neu-Ulm?

Bauen + Wohnen

Alle Infos zum Messenger-Dienst
Unternehmen aus der Region


Partnersuche