Sonntag, 21. Januar 2018

03. Januar 2018 06:00 Uhr

Ulm

Zu Fuß durch Afrika

Die Ulmerin Sandra Bohnaker hat am Benefiz-Lauf „Water Walk 2017“ von Ruanda nach Uganda teilgenommen. Wie sie die extremen Bedingungen erlebt hat

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Drei Wochen lang ist Sandra Bohnaker durch Afrika gelaufen, 545 Kilometer weit von Kigali in Ruanda nach Kampala in Uganda. Jetzt ist die Ulmerin zurück in der Heimat. Mit ihrem Einsatz haben Bohnaker und 24 weitere internationale Läufer mehr als 30000 Euro an Spenden generiert. Das Geld soll helfen, Menschen einen Zugang zu sauberem Trinkwasser und eine sanitäre Grundversorgung zu ermöglichen. Für dieses Ziel setzt sich die Initiative Viva con Agua mit Sitz in Hamburg ein. Um für diese Idee zu werben, sind 25 internationale Läufer in Kigali zum „Water Walk 2017“ aufgebrochen.

Für die 37-jährige Sandra Bohnaker aus Ulm war dieser von Musik- und Kunst-Aktionen umrahmte Spendenlauf ein einmalig facettenreiches Erlebnis. „Es war mein bisher größtes Abenteuer und dennoch eigentlich pure Erholung: Keine Digitalisierung. Keine negativen Nachrichten. Nur unsere alltägliche Wanderung durch eine gefühlt andere Welt, die doch dieselbe ist“, berichtet Bohnaker. Die Temperaturen und die Rahmenbedingungen waren für sie ungewohnt, schildert die Ulmerin, der Tagesablauf sei relativ voll gewesen. Das bunt gemischtes Team aus Läufern, die sich zuvor nicht kannten, habe vor allem in Extremsituationen sehr gut harmoniert hat, sagt die Ulmerin. Zum Beispiel, als während eines Besuchs in einem Flüchtlingslager ein Unwetter aufzug, das zwei Stunden lang tobte. „Ich wusste nicht, wie es weitergeht“, erinnert sich Bohnaker. Alle hätten zusammen geholfen, die Ausrüstung zu sichern und die Zelte besser zu befestigen. „In dem Moment hat jeder funktioniert“, sagt die Ulmerin.

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Die abenteuerliche Reise führte von Kigali nach Kampala

Auch im Alltag hätten sich alle gegenseitig unterstützt, zum Beispiel wenn einer der Läufer unterwegs Probleme hatte. Trotzdem sagt die 37-Jährige über das Projekt: „Ein bisschen verrückt muss man schon sein.“

Von enormer Gastfreundschaft, glücklichen Begegnungen, großem Zusammenhalt und atemberaubenden Landschaften berichten auch andere Teilnehmer über die ereignisreichen Wochen in Afrika. „Es gab keinerlei brenzlige Situation, wir fühlten uns durchweg willkommen und sicher“, resümiert Viva-con-Agua-Gründer und Ex-Profifußballer Benjamin Adrion.

Pro Tag legte die Gruppe 25 bis 42 Kilometer zurück – begleitet von einer Crew, die die Grundversorgung sicherte. Übernachtet wurde in Zelten und auf Isomatten. Ihr Camp durften die Walker auf Sportplätzen, in Schulhöfen oder öffentlichen Wiesen aufbauen. Die abenteuerliche Reise von Kigali nach Kampala war zudem gespickt mit menschlichen Begegnungen: Bei Kunstaktionen, in Workshops mit Kindern und Jugendlichen oder bei Live-Konzerten tauschten sich die Läufer mit der Bevölkerung aus. Auf diese informierten die Botschafter Entwicklungshelfer von Viva con Agua über Trinkwasser, Hygienemaßnahmen und sanitäre Grundversorgung.

Viel Arbeit für sauberes Wasser

Wie aufwendig es sein kann, genügend sauberes Wasser zur Verfügung zu stellen, haben die Sportler auf ihrem Treck selbst erlebt, so Sandra Bohnaker erzählt: „Wir haben festgestellt, wie viel Wasser wir täglich verbrauchen – fürs Trinken, fürs Kochen, Waschen, Duschen und so weiter und so fort. Auch wenn man nur jeden zweiten Tag geduscht hat, war es trotzdem enorm, was für eine Wassermenge benötigt wurde. Und die musste die Crew zuvor immer erst besorgen und zu Brauchwasser filtern. Das heißt, gerade die Wasser- und Sanitärsituation war das, was uns mit am meisten beschäftigt hat“.

Das Hamburger Wasser-Netzwerk wertet den Lauf als Erfolg. „Wir haben unser Spendenziel von 30000 Euro erreicht – aber es gehen immer noch Spenden ein“, berichtet Pressesprecherin Claudia Gersdorf. Das Geld wird für zwei Wasser-Projekte in Uganda und Ruanda verwendet. Viva con Agua wurde 2006 mit dem Ziel gegründet, weltweit Projekte zur Wasserversorgung zu starten und zu fördern. Seither hat der Verein eine Reihe von Hilfsprojekten angestoßen, die den Menschen langfristigen Zugang zu sauberem Trinkwasser sowie zu Sanitär- und Hygieneversorgung ermöglichen sollen. (az, mase)

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Schlagworte

Afrika | Ruanda | Uganda | Ulm | Kampala | VIVA Media | Hamburg

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