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20. Januar 2008 19:25 Uhr

Zur Hochform angefeuert

Das Kammerorchester Ulmer Studenden, kurz KUS genannt, feierte sein 20-jähriges Jubiläum mit einem Festkonzert im Kornhaus Ulm. Doch zur Freude mischt sich auch Wehmut. Gordian Teupke, der musikalische Leiter, seit 2005 1. koordinierender Kapellmeister am hiesigen Theater, stand hier zum letzten Mal am Dirigentenpult. Philipp Vogler aus München ist sein Nachfolger. Von Barbara Perkovac,

Wie erfolgreich Teupke die jungen Musikerinnen und Musikern auf Erfolgskurs bringen konnte, das zeigte sich nicht zuletzt an diesem Abend. Die "Phantastische Sinfonie" (Opus 14), diese kühnste und bedeutsamste "Programm-Sinfonie" des gleichsam musikbesessenen Feuerkopfes Hector Berlioz, ist wahrlich keine leichte Kost. Es gehört schon auch Mut dazu, sie in der hier gegebenen orchestralen Konstellation ins Programm zu nehmen. Aber die Programmwahl über all die Jahre, sie bewegte sich immer etwas abseits der häufig in Konzerten zu hörenden Werke, gehörte von Anfang an zum Erfolgsrezept. Dazu kam ein unbändiger Wille zum engagierten Musizieren, wie er bis heute an jedem Pult zu spüren ist.

Gordian Teupke feuerte an und holte heraus, was möglich war. Und das war sehr viel an Instrumentalglanz, rhythmische Schärfe, fülligem, dennoch stets flexiblem Intonieren der Streicher, dabei dem Dirigenten mit großer Dichte im Ausdruck folgend.

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Der erste Teil des Abends brachte die Begegnung mit dem 1989 in Lauingen (Donau) geborenen Pianisten Michael Grau, Stipendiat des "Carl-Heinz Illies Förderstipendiums" in der Deutschen Stiftung Musikleben. Er war der Solist im Klavierkonzert Nr. 1 (e-moll op. 11) von Frédéric Chopin. Auch wenn der Orchesterpart unzureichend ausgestaltet ist, enthält dieses, zusammen mit einem zweiten heute noch bekannten Klavierkonzert, beides Frühwerke, manch Wertvolles für den Pianisten. Virtuosität herrscht im zweiten Satz (Romanze), einem Nachtstück, in dem man - um es mit Chopin zu sagen - "in einer schönen, mondbeglänzten Frühlingsnacht dahinträumt".

Eher im Technisch-Spielerischen Stecken bleibt dagegen der dritte Satz (Rondo). Der junge Pianist spielte mit staunenswerter Virtuosität, gefangen in höchster Konzentration und Anspannung. Er musste sich zuerst richtig durchschütteln, ehe er sich für den reichen Applaus bedanken konnte. Und dafür lieferte er prompt eine kleine Schumann-Zugabe.

Nach der Pause dann eine starke Aufführung von Berlioz' Symphonie fantastique (op. 14) des über siebzigköpfigen Orchesters. Geschildert wird hier in phantastisch-romantischer Art ein Erlebnis aus dem eigenen Dasein des Tondichters: Berlioz hatte eine Schauspielerin zum Abgott seines Lebens und Liebens gemacht und fühlte sich furchtbar enttäuscht. Vom Ersten bis zum Fünften und letzten Satz waren Orchester und Instrumentalsolisten in Hochform und rissen das Publikum am Schluss zu Begeisterungstürmen hin.

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