Seltene Heilige in Beuren und Meßhofen
Beuren/Meßhofen Rund 150 Kirchen und Kapellen stehen in Dörfern und Städten des Landkreises. Fast jede beruft sich auf einen Patron – am häufigsten die Gottesmutter Maria. Siebenfach ist Martin vertreten. Leonhard und Johannes der Täufer stehen jeweils sechs Kirchen bei. Kosmas und Damian wachen über die Pfarreien Beuren und Meßhofen.
Die Gründe für die Auswahl von Schutzheiligen lassen sich heute oft nicht mehr ermitteln. Auch für die Kirchen in Meßhofen und Beuren muss die Frage wohl unbeantwortet bleiben. Es sei denn, die Brüder Kosmas und Damian werden selbst als Zeugen berufen. Sie gelten nicht nur als Patrone der Apotheker und Ärzte, der Friseure, Krämer und Zuckerbäcker. Ihr Wirken soll auch hilfreich sein gegen Geschwüre, Pest und Pferdekrankheiten.
Die schwerste Pestepedemie der Geschichte, der jeder dritte Bewohner Europas zum Opfer fiel, tobte zwischen 1347 und 1352. Es dauerte ganze 100 Jahre, ehe die Bevölkerungszahl wieder den Stand vor der Pest erreicht hatte. Die Beurener Kaplanei wurde 1412 von dem Ulmer Patrizier Lutz Krafft gestiftet, die Kirche in Meßhofen in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts errichtet. Die Erinnerung an die Grauen der Pestilenz dürften im Volk noch lebendig gewesen sein. Die Pestheiligen als Patrone einzusetzen, mag nahegelegen haben.
Viele Legenden ranken sich um die Taten der Zwillingsbrüder
Zur Lebensgeschichte der Zwillinge Kosmas und Damian ist wenig bekannt. Aber es gibt viele Legenden um ihr Handeln. Geboren wurden sie wohl im späten 3. Jahrhundert in Syrien. Zu Beginn des 4. Jahrhunderts betätigten sie sich als Ärzte. Sie sollen die ersten Mediziner gewesen sein, die versucht haben, einen Bruch zu heilen. Weil sie angeblich ihre Therapien kostenlos leisteten, erhielten sie den Beinamen „Die Silberlosen“.
Beide bekannten sich zum Christentum und sollen manchen Geheilten als Gläubigen gewonnen haben. Der römische Statthalter von Lysias ließ beide festnehmen und in den Kerker werfen. Die Brüder blieben bei ihrem Glauben, wurden gefoltert und schließlich enthauptet.
Die Verehrung der beiden Ärzte setzte früh ein: Noch zu Lebzeiten sollen sie einem Kranken ein Bein abgenommen und ihm das gesunde eines soeben gestorbenen Mannes angesetzt haben.
Reliquien der Heiligen werden in den Domen von Bremen, Essen und Hildesheim aufbewahrt. (grr)
Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.|
|
Artikel kommentieren