Ulm Im gestrigen Testspiel gegen das türkische Spitzenteam von Fenerbahce Istanbul unterlag Regionalligist SSV Ulm 1846 vor rund 10 000 Zuschauern im heimischen Donaustadion klar mit 0:5 (0:1). Von Stefan Kümmritz


Das war ein großes, fröhliches türkisches Fest gestern, bei dem die Begeisterung der Fans für ihre Stars von Fenerbahce mitunter überzuschwappen drohte. Das Donaustadion war fest in türkischer Hand, es gab alles, was mit Fußball und den Farben von Fenerbahce Istanbul, Gelb und Blau, zu tun hatte: Fahnen, Schals, lustige Mützen usw. Es gab schon vor der Partie ein Riesengeschrei, als die Istanbuler Spieler in die Arena traten. Es gab erste Fans, die das Spielfeld stürmten, um ihren Lieblingen ganz nah zu sein. Die Fans des SSV 46, ja der gastgebende Verein hatte - fast - nichts zu bestellen. Karneval mit Halbmond.
So war es dann auch im Spiel. Zunächst wurden die SSV-Kicker bei der Vorstellung ein wenig ausgepfiffen, dann die Gäste aus der Türkei mächtig angefeuert. Aber die ersten beiden dicken Chancen hatten die Spatzen. In der 4. Minute spielte sich Marco Grüttner rechts durch, legte quer zu Dinko Radojevic, aber dessen Schuss wurde von Fenerbahces Keeper Volkan Demirel gehalten. Drei Minuten später machte es Grüttner alleine, scheiterte aber aus spitzem Winkel an Demirel. Nun nahmen die Istanbuler das Heft in die Hand. Mit ihren technischen Fertigkeiten ließen sie den Ball gut laufen und als Gökhan Gönül erst das 1:0 für die Türken erzielt hatte (24.), war der Bann gebrochen. Fenerbahce war nun klar überlegen. Bei den Ulmern häuften sich hinten die Stellungsfehler und das wurde im zweiten Durchgang durch Tore von Semin Sentürk (51. und 63.), Deivid de Souza (65.) und Önder Turaci ausgenutzt. Nach dem Schlusspfiff gab es für die türkischen Fans kein Halten mehr und die Ordner hatten alle Hände voll zu tun.
"Das war ein attraktives Spiel", sagte Gästecoach Christoph Daum. "Es wurde von uns dominiert, aber Ulm hat oft gut mitgespielt."
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