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04. Juni 2010 20:05 Uhr

Eine übersichtliche Schar, aber keine Exoten

Neu-Ulm Das Wetter meint es meistens gut mit den Turnfesten - so auch in Neu-Ulm, wo gestern in Pfuhl, Offenhausen und in der Wiley-Halle die ersten Wettkämpfe im Rahmen des Schwäbischen Bezirksturnfestes ausgetragen wurden. Von Karl-Michael Dittrich

Über die guten Voraussetzungen an der Donau freuten sich die meisten Teilnehmer - Hallen und Gerätschaften lassen meist keine Wünsche offen. Dagegen leidet unter der Weitläufigkeit der verschiedenen Sportstätten etwas der Gemeinschaftsgedanke, der die Turnfeste ja besonders auszeichnet.

Gerade die Trampolinturner fühlten sich in der Wiley-Halle etwas ab vom Schuss. Auf den Wiesen und Spielplätzen neben der Halle tummelten sich in der heißen Frühlingssonne deutlich mehr Freizeitsportler als beim Wettkampf innen drin. "Urlaub und Kaderlehrgänge haben wohl für die etwas geringere Teilnehmerzahl gesorgt", mutmaßt Uli Jehle vom TV Immenstadt, der als Bezirksfachwart für Trampolin die Wettkämpfe leitete.

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Die Trampolin-Turner sind ohnehin eine sehr übersichtliche Schar, nur vier Vereine im Bezirk haben wettkampf-orientiertes TrampolinTurnen im Angebot - und einer davon, der TSV Lindau, hatte erst gar keinen Vertreter entsandt. "Wir sind beileibe keine Exoten", wehrt Uli Jehle derartige Annahmen vehement mit einem verschmitzten Lachen ab, "wir sind immerhin olympisch!"

So tummelten sich insgesamt rund 30 junge Turner und Turnerinnen um ihr Gerät und machten den schwäbischen Meister unter sich aus. Mangels Konkurrenz holten sich Mona Bambach vom TV Immenstadt bei der weiblichen Jugend und Marina Wagner vom TSV Neu-Ulm bei den Turnerinnen automatisch ihre Titel.

Spannend war es dagegen in der Schülerklasse. Vor allem die Mädchen zeigten zum Teil hochklassige Leistungen: Carmen Schneider vom TSV Friedberg hatte als Einzige einen Doppelsalto im Programm und holte sich letztlich souverän die Goldmedaille vor ihrer Teamkameradin Theresa Bauer und Lana Bambach vom TV Immenstadt.

Schwierig allein reicht im Trampolinturnen allerdings noch lange nicht zum Sieg: Wesentlicher Faktor ist die Ausführung der zehn Sprünge, aus denen eine Wettkampf-Übung besteht. "Eine einfachere Übung sauber geturnt wird oft höher bewertet als eine wackelige Darbietung, die mehr Schwierigkeiten hat", erklärt Uli Jehle. Bei den Schülern holte der TV Immenstadt die Podestplätze: Florian Lässer gewann vor Patrick Pfleiderer und Joscha Bambach.

Nach der Siegerehrung machten sich dann alle Sportler ans Aufräumen der Geräte: Die Pokale in die Tasche, die Matte auf den Wagen - ruckzuck war alles wieder gerichtet, schließlich sind heute die Wettkämpfe der Rhythmischen Sportgymnastik in der Wiley-Halle. Ob Sieger, ob Verlierer, ob Könner, ob Anfänger - für viele ist der Weg nach Olympia sehr weit. Aber dort wie an diesem Wochenende in Neu-Ulm gilt doch für die meisten: Dabei sein ist alles!

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