Montag, 20. November 2017

20. April 2011 20:16 Uhr

Missbrauch

20 Euro für Sex mit dem Vater

Als die Übergriffe anfingen, war die Tochter gerade mal elf Jahre alt. Gut drei Jahre dauerte das Martyrium, da sagte sie „Nein“. Von Luzia Riedhammer

i

„Jetzt machen wir’s.“ Das war drei Jahre lang am Abend das Kommando, danach missbrauchte ein 45-Jähriger seine eigene Tochter auf dem Ehebett. Anschließend gab er dem Kind Geld. Meist 20 Euro, zwischendurch auch mal 50 Euro. „Sie haben ihre Tochter mit Geld gefügig gemacht“, so Richter Christian Schilcher. Am Mittwoch hat das Schöffengericht den Ingolstädter wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern zu einer Gefängnisstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt.

Als die Übergriffe anfingen, war die Tochter gerade mal elf Jahre alt. Gut drei Jahre dauerte das Martyrium, da sagte sie „Nein“. Und der Vater hörte tatsächlich auf. Wie oft er seine Tochter in all den Jahren missbraucht hat, lässt sich nicht mehr rekonstruieren. Die Anklage ging zunächst von 288 Fällen aus, am Ende beschränkte sich das Gericht auf 70 Fälle. Doch schlussendlich sei das, betonte Schilcher, unerheblich für das Urteil.

ANZEIGE

Der Vater hat die Taten zugegeben

Der Angeklagte hatte die Taten sofort eingeräumt und damit seiner Tochter eine noch größere Qual erspart. Das rechnete ihm auch Oberstaatsanwalt Wolfram Herrle hoch an. Nicht nur, dass die heute 16-Jährige nicht mehr vor Gericht aussagen musste: Indem der Täter alles zugab, habe er einen weiteren seelischen Missbrauch seiner Tochter vermieden. „Es ist wichtig, dass der Täter zu seiner Tat steht. So steht sie nicht als Lügnerin da“, so Herrle. Vor allem innerhalb der Familie muss die Schuld deutlich werden, appellierte Christian Schilcher an den Täter: Es müsse klar sein, „dass Sie das Schwein sind und nicht Ihre Tochter“. Die Familie ist heillos zerstritten, manche Verwandte sahen durch die Offenheit der 16-Jährigen wohl die Familienehre beschmutzt.

Die Strafe, auf die sich die Verteidiger, die Staatsanwaltschaft und das Gericht in einer Absprache geeinigt hatten, verlangte Wolfram Herrle einiges an Zugeständnissen ab: „Es ist die Untergrenze, aber gerade noch vertretbar.“ Ohne Geständnis, machte er klar, hätte der Täter mit einer Strafe zwischen sieben und acht Jahren rechnen müssen.

Der 45-Jährige will im Gefängnis eine Sexualtherapie machen, „damit das Verhältnis zu seiner Tochter wieder so wird, wie es sein soll“, so Verteidiger Hermann Borchert.

i

Schlagworte

Ingolstadt

Ihr Wetter in Neuburg
20.11.1720.11.1721.11.1722.11.17
Wetter Unwetter
                                                Wetter
                                                Regen
	                                            Wetter
	                                            Regen
                                                Wetter
                                                wolkig
Unwetter2 C | 3 C
1 C | 8 C
-1 C | 8 C
Das Wetter aus Ihrer Region
Nachrichten in Ihrer Region
Augsburger Allgemeine Aichacher Nachrichten Augsburger Allgemeine Donau Zeitung Donauwörther Zeitung Friedberger Allgemeine Günzburger Zeitung Illertisser Zeitung Landsberger Tagblatt Mindelheimer Zeitung Mittewlschwäbische Nachrichten Neu-Ulmer Zeitung Neuburger Rundschau Rieser Nachrichten Schwabmünchner Allgemeine Wertinger Zeitung
Top-Angebote

Ein Artikel von
Luzia Grasser

Neuburger Rundschau
Ressort: Lokalnachrichten Neuburg

Alle Infos zum Messenger-Dienst
Alles rund um die Basketballer

Bauen + Wohnen

Unternehmen aus der Region

Schlagzeilen aus der Nachbarschaft
Kennen Sie den TSV Neuburg?

Partnersuche