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16. November 2007 18:10 Uhr

Ärztin spricht über die Folgen des Mobilfunks

Neuburg (ichl) - Vögel bleiben aus, an Bäumen reißen die Stämme auf, und Blätter fallen bereits im Sommer, Kinder werden hyperaktiv, Menschen leiden an Kopf- und Muskelschmerzen, Konzentrations- sowie Blutdruckproblemen, und die Zahl der Krebserkrankungen hat sich in besonders belasteten Gebieten in den vergangenen zehn Jahren verdreifacht. Alles eine Folge der elektromagnetischen Strahlung, die von Mobilfunkgeräten wie Handy, kabellosen Heimtelefonen, Computermaus oder Babyphone ausgeht?

Ärztin spricht über die Folgen des Mobilfunks
Foto: ALFA

Immer mehr Ärzte beantworten die Frage mit ja, doch die Betreiber der neuen Technik weisen das entschieden zurück. Und dies, obwohl sie keine Beweise auf Unschädlichkeit haben, so Dr. med. Cornelia Waldmann-Selsam aus Bamberg. Glaubt man ihren Worten, so scheinen beim Thema Mobilfunk in Deutschland die Spielregeln der Demokratie völlig außer Kraft gesetzt. Die Medizinerin ist Mitbegründerin der Ärzte-Initiative "Bamberger Appell", der mittlerweile 130 Mediziner angehören und die Mitglied im "Ärztlichen Qualitätszirkel elektromagnetischer Felder in der Medizin, Diagnostik, Therapie und Umwelt" sind. Auf Einladung des Bund Naturschutzes Neuburg-Schrobenhausen referierte sie im Theatersaal des Studienseminars über "Mobilfunk - Auswirkungen auf Mensch, Tier und Pflanze".

Solch ein Thema scheint für viele Bürger nach wie vor ein "Aufreger" zu sein. Veranstalter, die kritische Fachleute als Referenten aufbieten, sind sich der Aufmerksamkeit eines größeren Publikums sicher. Nicht jedoch des Besuches von Politikern, obwohl sich diese mit dem heiklen Thema eigentlich verstärkt auseinandersetzen sollten. Von den örtlichen Kommunalpolitikern zeigte allerdings nur Stadtrat Prof. Dr. med. Vallabh Patel Präsenz.

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Zusammen mit etwas knapp über 70 Frauen und Männern verfolgte er aufmerksam das über zwei Stunden währende Statement der Bamberger Medizinerin. Cornelia Waldmann-Selsam wies zunächst auf die Erfahrungsmedizin hin: Ärzte berichten immer wieder von Patienten mit Schlafstörungen, Unruhezuständen und konkreten Leiden, die mit Mobilfunk in Zusammenhang gebracht werden. Die Beschwerden verringerten sich in den meisten Fällen bereits nach einigen Tagen in einer Umgebung ohne Strahlenbelastung. Spürbarer Erfolg für die ganze Familie stellt sich laut Waldmann-Selsam auch ein, wenn das schnurlose, so genannte DECT-Telefon erst aus der Wohnung und dann gänzlich aus dem Haus verbannt wird.

Gezielte Falschinformation, ja allzu oft die Unwahrheit wegen massiver Wirtschaftsinteressen, habe bislang verhindert, dass Politiker die Menschen schützen und Grenzwerte korrigiert werden. Es sei fatal und unverantwortlich, dass bis dato noch keine Untersuchungen seitens der politisch Verantwortlichen sowie der Mobilfunkbetreiber bezüglich einer Unschädlichkeit vorliegen, so die Medizinerin. Anfragen beim Bundesamt für Strahlenschutz seien nur unzureichend bzw. ausweichend beantwortet worden.

Den Hinweis von Technikern und Physikern, die Menschen würden doch nur aus Angst krank, bezeichnete Waldmann-Selsam als geradezu grotesk. Wenn Ärzte Verdacht auf schädliche Wirkungen von Sendemasten hegen, müsse gehandelt beziehungsweise müssten diese Anlagen durch eine einstweilige Verfügung abgeschaltet werden, um zu sehen, ob sich die Symptome beziehungsweise das Krankheitsbild der Betroffenen bessert. Auch die Gesundheitsämter hätten durch Untersuchungen vor Ort ihren Beitrag zu leisten. "Doch die trauen sich nicht", nahm sich Cornelia Waldmann-Selsam kein Blatt vor den Mund. Noch laufe der Störfall und zerstöre täglich Menschen, Tiere und Pflanzen. Sie sei jedoch überzeugt, dass es schon in Bälde Richter und Staatsanwälte geben werde, die Anlagen abschalten lassen.

"Wir müssen erkennen, dass die Technik schädlich ist und deshalb etwas tun". Hierzu zähle auch bessere Information über die Hintergründe der Mobilfunktechnologie für Ärzte und Krankenkassen, die sinnlose und teure Behandlungen ohne Heilungschancen bezahlen.

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