Steinerskirchen Bei ihrem diesjährigen Open-Air-Konzert sorgte die Oase Steinerskirchen für alternative Blasmusik. Sowohl die "Kapelle Rohrfrei" als auch die Chiemgauer Band "LaBrassBanda" bewiesen, dass sie ihren Blechblasinstrumenten auch andere Töne entlocken können als die bekannte Bierzeltmusik. Trotzdem erreichte dieser außergewöhnliche Musikstil das Generationen übergreifende Publikum. Und wer nicht wild tanzte, der wippte zumindest mit dem Fuß. Immerhin stand im Vordergrund des Konzertabends der gute Zweck. Der gesamte Erlös der Einnahmen dient einem Brunnenbauprojekt in Südbrasilien.

Barfuß auf der Bühne: Das ist das Kennzeichen der Chiemgauer Combo "LaBrassBanda". Bei zehn Grad Außentemperatur und einer Bühne mit Pflastersteinen, musste jedoch auch Sänger Stefan Dettl zugeben: "Langsam stoßen wir an unsere Grenzen." Trotzdem war allein der Bühnenaufbau eine Einmaligkeit. Eingerahmt von Rosenbeet und Sanddornbaum spielten beide Bands im Vordergrund der kleinen Steinerskirchener Kirche.
Mit ihrem frischen Sound zeigte die Band, dass in Tuba, Posaunen und Trompete noch viel mehr steckt: Sie pusteten den Staub von eingemotteten Zwiefachen. Mit Elementen aus Reggae, Techno und Jazz hauchten sie ihr neues Leben ein. Erfolg haben sie damit nicht nur in ihrer Heimat, sondern inzwischen schon in Ländern wie Großbritannien und Dänemark.
"I don't like tuba. I love it!" - Begeisterung beim Tubasolo
Kein Wunder, ihre Musik lädt zum Mittanzen ein. Die bayrischen Texte dazu muss man nicht verstehen und kann man meist auch nicht. Denn Sänger Stefan Dettl singt teilweise so schnell, dass selbst der eingefleischte Dialektsprecher nur schwer mitkommt.
Faszinierend war aber auch das Tubaspiel von Andreas Hofmeir. Sein Können bewies er vor allem beim Solo im Stück "Chancenlos". Bandkollege Manuel da Coll drückte dies mit einem leicht umgewandelten Reggae-Klassiker aus: "I don't like tuba. I love it!"
"Kapelle Rohrfrei", die als Vorband spielte, bediente sich hauptsächlich bekannter Stücke, wie des Soundtracks von "Fluch der Karibik" und machte aus ihnen außergewöhnliche Coverversionen.
Mit ihrer Musikauswahl können die Veranstalter auf alle Fälle auf ein gelungenes Benefiz-Konzert zurückblicken.
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