Neuburg/Ingolstadt Ein 40-jähriger Ingolstädter soll in den vergangenen sechs Jahren 75 Mädchen und Buben sexuell missbraucht haben. Die Kripo wirft dem Mann auch eine Tat in Neuburg vor. Von Harald Jung
"Bayerns schlimmster Kinderschänder" titelte eine Münchener Boulevardzeitung den beinahe unglaublichen Fall, bei dem der Täter mit exakter Systematik und Zielstrebigkeit vorgegangen ist. Der Mann soll über Jahre hinweg gezielt Missbrauch betrieben haben. Wie vergangene Woche bereits im Bayernteil berichtet, suchte er sich seine jungen Opfer hauptsächlich in Nürnberg, Erlangen, Regensburg und Augsburg.
2003 stand er in Feldkirchen nackt vor einem Mädchen
Zur Last gelegt wird dem Arbeiter aus dem Ingolstädter Stadtteil Ringsee auch ein Fall in Neuburg, der bereits im Jahr 2003 aktenkundig wurde. Da zeigte sich der Mann in der Graßeggerstraße im Stadtteil Feldkirchen einem damals sechs Jahre alten Mädchen beinahe nackt und manipulierte an seinem Geschlechtsteil herum. Als das Mädchen sofort um Hilfe schrie, flüchtete er. Nach Informationen der NR geriet der Ingolstädter schon damals unter Verdacht und wurde deshalb auch von der Polizei vernommen, doch die musste den Mann wieder laufen lassen, weil man ihm nichts beweisen konnte.
Endgültig auf die Spur brachte die Ermittler dann ein weiterer Fall in Erlangen, wo der 40-Jährige ein acht Jahre altes Mädchen sexuell missbrauchte. Die Polizei machte danach im Verlauf der weiteren Ermittlungen über einen DNA-Test schnell das nächste Opfer ausfindig: Ein sieben Jahre altes Mädchen aus Fürth. Nach und nach wurde das Puzzle aus den vielen ungeklärten Fällen im Großraum zwischen Nürnberg und Augsburg zusammengetragen und langsam das ganze Ausmaß des jahrelangen Treibens deutlich.
Bereits im August wurde der Mann verhaftet und an die Justiz in Franken übergeben, wo auch die Ermittlungsarbeit für alle Fälle zusammenläuft. Mindestens 75 Kinder im Alter zwischen fünf und zwölf Jahren soll der Alleinstehende missbraucht haben. Wie die Staatsanwaltschaft Nürnberg gestern auf Anfrage mitteilte, hat der Wahlingolstädter inzwischen auch schon über 50 Fälle zugegeben.
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