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06. April 2010 05:10 Uhr

Betroffenheit in Schrobenhausen

Schrobenhausen Die Katholiken in Schrobenhausen feierten Ostern unter besonderer Anspannung. Die Misshandlungsvorwürfe gegen den damaligen Stadtpfarrer Walter Mixa beschäftigen die Gläubigen.

"Die letzten Tage waren eine enorme Belastung für uns alle. Das ist kein Osterfest, wie es sein sollte, die Anspannung ist riesig!", sagte Stadtpfarrer Josef Beyrer nach dem Festgottesdienst am Ostersonntag zur Neuburger Rundschau.

In der Predigt von Beyrers Mitbruder Siegfried Kothmeier - dem Seelsorger im Schrobenhausener Kreiskrankenhaus - werden die Dinge nicht konkret angesprochen. Doch wer genau hinhört, kann die Aussagen deuten: "Unsere Kirche wird in der Welt angegriffen und ans Kreuz geschlagen, wird verwundet, verwundet sich aber auch selbst", sagt der Festprediger, der "in diesen Tagen das Gefühl hat, dass die Kirche immer massiver unter Druck gesetzt" und ganz nah "an die Pforte der Hölle" geschoben werde. Die Gläubigen sollten in diesen schweren Zeiten für ihre Kirche kämpfen und die Zuversicht nicht verlieren.

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Vor und nach dem Festgottesdienst diskutieren die Menschen in vielen kleinen Gruppen. Wer sie auf Mixa und das Kinderheim anspricht, erfährt oft Ablehnung, aber manche trauen sich auch ihre Meinung zu sagen. "Das hat doch jeder gewusst, dass der Mixa sehr streng sein konnte", sagt ein Rentner und alle um ihn herum nicken. Eine ältere Dame schaut tief besorgt und meint, es sei in keinem Fall zu entschuldigen, wenn jemand seine Hand gegen Kinder erhebt. Manche sind der Ansicht, dass "da viel von den Medien aufgebauscht wird - geschlagen sind wir doch alle geworden damals", sagt ein Mann. Und ein anderer Gottesdienstbesucher nennt den Namen eines bereits verstorbenen Pfarrers in einem Dorf gar nicht weit weg: "Der hat in der Schule zugehau'n, dass die Fetzen geflogen sind."

Heute wollen Beyrer und die Leitung des Kinderheims mit einer weiteren Erklärung an die Öffentlichkeit gehen. Dabei dürfte es auch um Schadensbegrenzung gehen, denn der Geistliche verweist darauf, dass das Werk der Mallersdorfer Schwestern in dem Waisenhaus zunichte gemacht worden sei. "40 Jahre Arbeit der Schwestern sind in wenigen Tagen zerstört worden. Hier wurde ein Lebenswerk zertrümmert", bedauert Beyrer. Was den Brief anbelangt, der an alle ehemaligen Waisenkinder gehen soll, gibt es laut Beyrer ein Problem: "Wir haben bei Weitem nicht alle Adressen der früheren Heimkinder. Viele sind weit weg verzogen."

Inzwischen haben ehemalige Ministranten und Angehörige der Pfarrjugend in einem offenen Brief ein überaus positives Bild von ihrem damaligen Stadtpfarrer Walter Mixa gezeichnet. Die 18 Unterzeichner sind heute zum Teil recht bekannte Bürger der Lenbachstadt. Auch die Namen einer Ordensfrau und eines Regionaljugendseelsorgers findet man.

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