Dienstag, 27. Juni 2017

18. Juli 2015 00:33 Uhr

Auszeichnung

Bonhoeffer in Draht

Eine Schülergruppe des Gaimersheimer Gymnasiums wurde für eine besondere Projektarbeit geehrt

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Die Gaimersheimer Schülergruppe mit íhrer prämierten Bonhoeffer-Drahtskulptur.
Foto: Heidrun Grigoleit

„Evangelischer Religionsunterricht macht Spaß!“ Das jedenfalls finden sechs Schüler der zehnten Klasse am Gymnasium in Gaimersheim, die dieses Schuljahr den evangelischen Religionsunterricht bei Religionslehrerin Claudia Straßburg besuchen.

Denn die sechs Teenager Lars Grundheber, Sonal Malagimani, Mark Pitter, Christoph Rehrl, Sebastian Rothe und Lennart Schmidt beteiligten sich am Wettbewerb „KulturDinge“ der Evangelischen Jugend in Bayern. Aufgabe war es, sich mit Dietrich Bonhoeffer, seinem Leben und Einsatz für Gerechtigkeit zu beschäftigen und dies in einem Projekt kreativ umzusetzen. Im Frühjahr bekam die Klasse dann eine erfreuliche Nachricht: Die Jury hatte den Beitrag aus Gaimersheim mit einem Hauptpreis bedacht, einer gemeinsamen Reise nach Berlin.

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Den Preis gewannen die Schüler übrigens mit einer modernen Draht-Skulptur von Dietrich Bonhoeffer, der in einer knieenden Haltung betet. Der 16-jährige Mark hatte die Idee, für die lebensgroße Figur Hasendraht zu verwenden: „Der ist billig, rostfrei, stabil und gleichzeitig gut formbar“. Gleich nach den Herbstferien ging es los. Der 1,80 Meter große Mitschüler Lars stand Modell und seine Beine, Oberkörper und Arme wurden mit Maschendraht umwickelt. Anschließend formten die Schüler die Einzelteile nach, fixierten den Draht und fügten alles zu einer Skulptur zusammen. Was soll die Installation aussagen? Die Gruppe hatte einen klaren Plan: „Die Grundstruktur besteht aus Maschendrahtzaun, um den Zusammenhalt aller Menschen in Frieden zu symbolisieren. Zudem wollten wir die Figur mit den Werten, für die sich Bonhoeffer einsetzte, und seinem starken Glauben verbinden. Wir hielten eine Pflanze passend als Symbol für Hoffnung und Leben, was Bonhoeffer zu Lebzeiten stets leitete. Ebenso wie sein Glaube in ihm wuchs und durchdrang, soll die Pflanze in der Skulptur wachsen und sie irgendwann vollständig durchdringen“, sagt Christoph Rehrl.

Die Schülergruppe wurde zur Preisverleihung im Rahmen der Jugendbegegnung „Dinge, für die es sich lohnt“ nach Flossenbürg eingeladen zu werden, jenem Ort und ehemaligen KZ, an dem Dietrich Bonhoeffer vor 70 Jahren hingerichtet wurde. In Begleitung von Lehrerin Straßburg – und natürlich mit ihrem „Bonhoeffer“ – reisten die jungen Leute an. In Arbeitsgruppen, Diskussionsrunden und Andachten setzten sich dort an die 470 Teilnehmer mit dem Wirken von Dietrich Bonhoeffer, mit den schrecklichen Ereignissen im Zweiten Weltkrieg, aber auch mit den „Dingen, für die es sich lohnt“ auseinander.

Beim Festabend konnten die Zehntklässler aus Gaimersheim ihr Projekt auf der Bühne vorstellen und den Preis in Empfang nehmen: eine dreitägige Fahrt nach Berlin, die man gleich nach den Sommerferien antreten wird.

Die Bonhoeffer-Skulptur wird übrigens noch diesen Sommer auf dem Schulgelände des Gymnasiums installiert und später bepflanzt, damit Efeu sie überziehen und wachsen und gedeihen kann. (nr)

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