Ingolstadt (nr) - Bereits in der zweiten Jury-Sitzung hat das zuständige Auswahlgremium entschieden, der in Berlin lebenden Dramatikerin und Prosa-Autorin Dea Loher den Marieluise-Fleißer-Preis für das Jahr 2009 zuzusprechen. Die endgültige Entscheidung über die Preisvergabe wird der Stadtrat am 23. Juli vornehmen.
Dea Loher, 1964 in Traunstein geboren, lebt und arbeitet heute in Berlin. Sie studierte Germanistik und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Nach Abschluss dieser Studien ging sie für ein Jahr nach Brasilien, ab 1990 nahm sie an der Hochschule der Künste Berlin an dem Studiengang "Szenisches Schreiben" bei Heiner Müller und Yaak Karsunke teil. Ihr Stück "Olgas Raum" wurde bereits 1991 im Hamburger Ernst-Deutsch-Theater erstmals gespielt.
Im Oktober 2003 brachte Andreas Kriegenburg ihr Stück "Un-schuld" am Hamburger Thalia-Theater zur Uraufführung.
Bereits 2006 bekam Loher den Augsburger Brecht-Preis. Am 2. Februar 2009 wurde Dea Loher der Berliner Literaturpreis verliehen. Zeitgleich erhielt sie die Heiner-Müller-Gastprofessur für deutschsprachige Poetik am Peter-Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der Freien Universität Berlin. Dea Loher gilt als eine der aktivsten und erfolgreichsten Dramatiker/innen im deutschsprachigen Raum.
Für die Fleißer-Preis-Jury war ausschlaggebend die inhaltliche Größe ihrer Werke, die zugleich einen hohen Grad an sprachlicher Wirksamkeit vorweisen können. Dadurch wird eine tief beeindruckende Darstellung auf der Bühne erreicht. Dea Lohers verdichtete und schnörkellose Sprache erinnert dabei ebenso an Marieluise Fleißer wie die Themenwahl ihrer Werke, in denen brisante und unbequeme Themen aufgegriffen werden. Durch die bedrängend intensive Darstellung menschlicher Verletzungen wird in Lohers Werken eine ungeheure Betroffenheit erzeugt.
Ihre "Unschuld" steht ab Dezember auf dem Spielplan
Die Verleihung des Preises an Dea Loher ist geplant für den Spätherbst 2009, der genaue Termin muss noch mit der Preisträgerin abgeklärt werden. Das Ingolstädter Theaterpublikum kann durch einen glücklichen Zufall schon bald eines ihrer Werke direkt in Augenschein nehmen: Ab 5. Dezember 2009 steht ihr Stück "Unschuld" auf dem Spielplan des Großen Hauses.
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