Samstag, 25. Oktober 2014

09. Juli 2013 19:50 Uhr

Neuburg-Schrobenhausen

Der Rohstoff wird knapper

Braugerste: Zahl der Anbauflächen geht zurück. Ein neues Konzept soll Brauern helfen Von Manfred Reichl

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Auf dem Feld von Georg Braun in Neuburg-Ried überprüften (von links) Christine Kramer, Walter König (beide vom Förderverein Braugerste), Landwirt Georg Braun, Dr. Markus Herz (Landesanstalt für Landwirtschaft in Freising), Martin Schubert (Donaumalz Neuburg) sowie Fördervereinsvorsitzender Werner Mayer (Augustinerbräu München) die Qualität der Sommergerste.

Doch der Rohstoff scheint immer knapper zu werden. Staatlich Subventionierte Biogasmaisflächen und ein relativ niedriger Preis für die Erzeuger, nennt Geschäftsführer Walter König vom Verein zur Förderung des Bayerischen Qualitätsgerstenbaues als eine der Hauptgründe für den Rückgang der Anbauflächen. Um die derzeitige Flächensituation zu stabilisieren, will der von Augustiner Bräu Geschäftsführer Werner Mayer als Vorsitzender geführte Verein auf regionaler Ebene ein Konzept mit Preismodellen entwickeln.

Zweitklassige Malzrohstoffe werden günstig angeboten

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Durch günstigere Angebote von „zweitklassigen Malzrohstoffen“, läuft die Braugerste Gefahr, ihren hochwertigen Faktor zu verlieren. Für die Anbauer bedeutet das, sich gegen derartige Marktentwicklungen abzusichern. Dabei muss der Landwirt vorrangig seine Stückkosten kennen, denn nur dann könne er entscheiden, zu welchem Erzeugerpreis er gewinnbringend vermarkten kann.

Die Braugerste ist und bleibt wohl auch ein Nischenprodukt, womit sie je nach Angebot und Nachfrage immer stärkeren Preisschwankungen unterliegt. Laut König beträgt der Preis pro Tonne derzeit 210 Euro. Nach einem zwischenzeitlichen Hoch im vergangenen Jahr mit einer Fläche von 140000 Hektar in Bayern als dem Bundesland, in welchem die meiste Braugerste angebaut wird, sank diese 2013 auf 104000 Hektar. In Baden-Württemberg liegt die Anbaufläche nur noch bei 45000 Hektar, in Brandenburg sogar bei Null. Im Landkreis Neuburg werden derzeit nur noch auf 922 Hektar Braugerste angebaut. Das ist nicht einmal ein Prozent der Gesamtanbaufläche im Freistaat.

In Zusammenarbeit mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Augsburg fand gestern mit Unterstützung der Donaumalz Bamberger Mälzerei Neuburg zum ersten Mal in der Region eine Braugerstenrundfahrt mit Vertretern von Mälzereien und Brauereien, Landwirten, Saatguterzeugern und Landwirtschaftsämtern im Raum Neuburg statt. Laut Walter König fanden die Teilnehmer der Exkursion ausschließlich gute Qualität vor. Die überdurchschnittlich starken Regenfälle in den vergangenen Wochen hätten für eine günstige und gute Wasserversorgung der Bestände gesorgt. Die Bestandsdichten seien aufgrund der teilweise hohen Aussaatstärken und der guten Wasserversorgung während der Bestockung als gut zu bezeichnen.

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