Borstentiere haben in der kalten Jahrestzeit die besten Karten. Viele Tiere haben einen speziellen "Wintermodus"

Du musst ein Schwein sein in dieser winterlichen Welt. Gemeint sind natürlich die Borstentiere, die in der kalten Jahreszeit des beste Los gezogen haben: nämlich die Wildschweine, die bekanntlich Allesfresser sind und deshalb zum Großteil immer noch genügend Futter finden. Ihnen geht es sogar dann am Besten, wenn es den anderen schlecht geht und diese dann sterben.
Ihre Kadaver werden von den Allesfressern vertilgt. Was aber ist mit den reinen Pflanzenfressern wie zum Beispiel dem Schalenwild? Kommt es zu einem derart massiven Kälteeinbruch wie in den vergangenen Wochen und Tagen, ist ihr Leben unweigerlich in Gefahr. Natürlich haben auch Rehe ihre Taktik, indem sie auf den energetischen „Sparmodus“ schalten. Ihr Herz schlägt viel langsamer, ihr Verdauungstrakt wird kleiner, die Körpertemperatur sinkt. Da Rehe im Spätwinter wie jetzt ihre Reserven fast aufgebraucht haben, sollte man sie möglichst in Ruhe lassen. Spaziergänger dürfen deshalb nicht vom Weg abweichen.
Die Tiere wissen, dass Menschen auf Wegen gehen und sie wissen, dass ihnen somit keine Gefahr droht. Kommt ein Spaziergänger dennoch vom Weg ab, wird das Schalenwild sofort unruhig. Innerhalb weniger Sekunden müssen die Tiere ihren Körper von Null auf Hundert schalten. Wenn man weiß, dass ein Reh durchschnittlich etwa 600 Gramm Erhaltungsfutter pro Tag benötigt, um über den Winter zu kommen, ist die Sorge der Revierinhaber nur allzu verständlich. Dennoch gibt es Gruppierungen - und hierzu zählt auch der Staatsforst - die einer Wildtierfütterung im Winter grundsätzlich ablehnend gegenüber stehen. Ihre Devise lautet „forstwirtschaftlicher Nutzen und deshalb Wildtiere Wildtiere sein lassen“.
Wie Jagdpächter Winfried Stark die derzeitige Situation der Wildtiere einschätzt, lesen Sie in der Dienstagsausgabe der Neuburger Rundschau. (mr)
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