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19. April 2010 06:02 Uhr

Ein Kälbchen namens Agnes

Untermaxfeld Agnes Krumwiede, kulturpolitische Sprecherin von Bündnis 90/Grüne im deutschen Bundestag, macht nicht nur als ausgebildete Konzertpianistin eine gute Figur, sie weiß als Abgeordnete auch in Sachen Landwirtschaft zu punkten. Den Beweis erbrachte sie gestern beim Besuch des Betriebes von Manfred Reichert im Königsmooser Ortsteil Untermaxfeld.

Ein Kälbchen namens Agnes
Foto: ALFA

Ihre Kenntnisse rühren aber nicht etwa davon, dass sie in ihrem ehemaligen Heimatort Unterbrunnenreuth bei Ingolstadt schon als kleines Mädchen mit der Kanne beim benachbarten Bauern die Milch holte, sondern weil sie sich als Grünen-Politikerin mit Problemen in der Landwirtschaft sehr intensiv auseinandersetze. Als sie den Offen-Frontstall von Manfred Reichert betrat, hatte die Politikerin, die von einer deutschen Boulevardzeitung wegen ihres Aussehens bereits zur "Miss Bundestag" gekürt wurde, auch gleich ihr erstes Aha-Erlebniss. Ein frisch geborenes Kälbchen, das im weichen Stroh lag, hatte es Agnes Krumwiede sofort angetan. Da kam Bauer Manfred Reichert nicht umhin zu versprechen, dass der Nachwuchs auf den Namen Agnes getauft werde. Der Empfang der Grünenpolitikerin - die in Begleitung ihres Parteikollegen und Tierarztes Dr. Rupert Ebner gekommen war - durch den Hofbesitzer und dessen Berufskollegen Walter Humbold, Mathias Wintermayer, Alfred Klas und Mathias Steinberger war von gegenseitiger Herzlichkeit geprägt. Schließlich kommt nicht alle Tage eine hübsche Abgeordnete des Deutschen Bundestages in einen Kuhstall. Oma Sophie hatte anlässlich des Besuchs eine leckere Sahnetorte gebacken, Manfred Reicherts Frau Britta kredenzte Kaffee, frische Weißwürste und Brezen. Eine gemütliche Runde in weißblauer Atmosphäre also? Ganz so war es natürlich nicht. Es wurde auch politisiert, über den Milchpreis, die Anwendung von Gentechnik in freier Natur ("Das wird dazu führen, dass die Landwirte ihre Selbstständigkeit verliert.") und Etliches mehr. Ihren Gesprächspartnern empfahl Krumwiede, "den Druck im Kessel hoch zu halten". Politik wolle zermürben, deshalb bedürfe es im Gegenzug gezielter Aktionen, auch wenn es dafür großer Ausdauer bedürfe. "Dazu wünsche ich Ihnen einen langen Atem", verabschiedete sich Agnes Krumwiede. "Sie hat ihre Feuertaufe bestanden", lächelten die anwesenden Landwirte. (mr)

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