Einsatzkräfte von BRK und THW funkten während des Donauschwimmens erstmals über die digitalen BOS-Kanäle Von Sebastian Hofmann

Glasklar verständlich, fast wie ein Gespräch über Festnetztelefone, präsentierte sich der digitale Behördenfunk den Helfern des Technischen Hilfswerks (THW) und des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK). Während des 43. Neuburger Donauschwimmens hatten die Einsatzkräfte eine eigens eingerichtete Zelle zur Kommunikation zur Verfügung. Nach mehr als sieben Stunden Einsatz zeigten sich die Helfer begeistert von der neuen Technik, die bundesweit eingeführt wird. Erwin Dittenhauser, Ortsbeauftragter des THW Neuburg, sagte der Neuburger Rundschau: „Die Sprachqualität war super, auch die Reichweite dieser einzelnen Funkzelle war beeindruckend. Für echte Einsätze kann man sich so ein gutes Kommunikationssystem nur wünschen.“
Auch die BRK-Helfer, des „Kater ND 12/3“, der Sanitätseinsatzleitung des Roten Kreuzes, waren beeindruckt, wie klar verständlich die Funksprüche über das neue System waren.
Dass es so weit kam, war der Verdienst der Landshuter Firma Abel & Käufl, die den Testlauf des sogenannten BOS-Funks in Neuburg für diesen einen Tag sponsorte. Das Unternehmen rüstete einerseits die Kommandozentrale Kater ND mit Digitalfunktechnik auf und versorgte die Helfer von THW und BRK mit 25 Digitalfunkgeräten.
Den Gegenwert dieser eintägigen Technikspende beziffert Thomas Liebl, Einsatzleiter des BRK während des Donauschwimmens, auf rund 40000 Euro. Für die freiwilligen Helfer war nach diesem Erlebnis klar, dass das digitale Funksystem im Ernstfall nur Verbesserungen geben kann. Bis die Neuerung allerdings zum Standard wird, werden noch einige Monate ins Land ziehen.
Denn der Digitalfunk kann nur funktionieren, wenn er flächendeckend installiert ist. Günther Griesche, Geschäftsführer der Integrierten Rettungsleitstelle in Ingolstadt, erklärt, dass bis zur endgültigen Einführung des Digitalfunks noch mehrmals einzelne Zellen wie beim Donauschwimmen getestet werden. Ein genaues Datum, wann der digitale den analogen Funk komplett ablöst, gibt es nicht.
Noch dieses Jahr soll im Abschnitt Oberbayern Nord, zu dem das Hoheitsgebiet der ILS Ingolstadt mit den Landkreisen Eichstätt, Neuburg-Schrobenhausen, Pfaffenhofen und Ingolstadt gehört, die sogenannte Migration beginnen. Der Begriff ist Synonym für den Zeitraum, in dem der Analogfunk schrittweise vom Digitalfunk abgelöst wird.
Nach Angaben der Leitstelle Ingolstadt soll zum 1. November 2013 dann ein Probebetrieb mit dem BOS-Funk in der Region begonnen werden. Bis dahin solle die Infrastruktur der insgesamt 39 Funkmasten im Bereich der ILS stehen. Noch dazu braucht die Leitstelle eine neue Computersoftware, die jetzt noch nicht vorhanden ist.
Während in den Landkreisen Eichstätt (17 Funkmasten insgesamt) und Pfaffenhofen (elf Standorte) bereits fünf beziehungsweise sechs Funkmasten errichtet sind, hinkt der Landkreis Neuburg-Schrobenhausen hinterher.
Lediglich einer von acht Funkmasten befindet sich derzeit schon im Bau. Es handelt sich um die Antenne auf dem Neuburger Wasserspeicher. In Ingolstadt wurde einer von zwei benötigen Masten bereits auf dem Gebäude des Polizeipräsidiums errichtet.
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