Mittwoch, 22. Mai 2013

08. Mai 2012 06:17 Uhr

Ehrenamt

Feuerwehr: Abschied nach 206 Jahren

Zehn ehemalige Kommandanten und Vorsitzende der Neuburger Stadtteil-Feuerwehren wurden gestern verabschiedet. 21 Jahre lang war Ludwig Omasreiter Chef in Bruck

In leitenden Funktionen waren die ehemaligen Feuerwehrler gemeinsam 206 Jahre in Bergen, Gietlhausen, Ried, Heinrichsheim, Bruck und Joshofen tätig. Dafür bedankte sich gestern Bürgermeister Bernhard Gmehling (Vierter von links).
Foto: Daniela Fischer

„Gäbe es Sie nicht, würden wir schlechter schlafen“, verabschiedete Neuburgs Oberbürgermeister Bernhard Gmehling gestern zehn ehemalige Feuerwehr-Kommandanten und -Vorsitzende. In leitenden Funktionen waren sie gemeinsam 206 Jahre in den Stadtteil-Feuerwehren in Bergen, Gietlhausen, Ried, Heinrichsheim, Bruck und Joshofen tätig. „Eine, wie ich finde, beeindruckende Zahl und Leistung“, sagte Gmehling. Alle zehn haben innerhalb der vergangenen zwei Jahre ihr Amt niedergelegt.

Mit 21 Jahren am längsten Kommandant war Ludwig Omasreiter von der Freiwilligen Feuerwehr in Bruck. „Ich habe schon mit 16 angefangen, mein Vater war auch bei der Feuerwehr“, sagte der heute 70-Jährige. Auch Omasreiters Sohn ist heute aktiver Feuerwehrler: „Um den Nachwuchs müssen wir uns zum Glück keine Sorgen machen.“

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Auch Bürgermeister Gmehling sprach der hervorragenden Jugendarbeit der Feuerwehren beim gestrigen Festakt ein großes Lob aus. Diese sei bereits erfolgreich betrieben worden, als es Worte wie „Sozialarbeiter“ oder „Streetworker“ noch lange nicht gab. „Junge Menschen wollen Verantwortung übernehmen und finden bei der Jugendfeuerwehr ein Feld, wo sie genau das mit Gewinn tun können“, sagte Gmehling.

Mit einem Augenzwinkern verwies der Rathauschef auch auf die Gemeinsamkeiten von Politik und Feuerwehr. Bei beiden werde es manchmal „brenzlig“. Und: „Wer schnell hilft, hilft am besten.“ Weiter könne es großen Spaß machen, für das allgemeine Wohl zu arbeiten und sich für die Sicherheit und den Frieden der Mitbürger einzusetzen.

Doch auch kleine Unterschiede gibt es laut Gmehling: „In der Politik löscht oft die eine Seite, während die andere Seite wieder neu zündelt.“ Zudem habe die Feuerwehr schöne, feste, glänzende Helme. Der Politiker müsse seinen Kopf ungeschützt hinhalten.

Im Fall der Neuburger Feuerwehren habe die Stadt nie gespart, betonte Gmehling weiter. „Ich kann Ihnen hier und heute versichern, dass wir auch in Zukunft unser Augenmerk auf das Wohl der Feuerwehren in unserer Stadt legen.“ Deren Ausbildung und Ausrüstung seien schließlich Garanten für die Sicherheit in Neuburg und Umgebung.

Ludwig Omasreiter, der sich ingesamt 54 Jahre lang der Feuerwehr verschrieben hatte, freut sich nun darauf, in Ruhe zu schlafen. „Jetzt dürfen mal andere raus und das ist auch gut so“, sagte er bei seiner Verabschiedung. Was ihm bleibt, das seien gleichermaßen schöne sowie traurige Erinnerungen und das gute Gewissen, vielen anderen Menschen geholfen zu haben.

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