Neuburg (nr) - Selbstverständlich wünscht sich niemand, dass ein echter Orkan über die Region fegt. Doch sollte ein solcher Sturm trotzdem auftreten, wäre man gerüstet. Umhergewehte Gegenstände, abgebrochene Äste oder gar entwurzelte Bäume sind bei einem Sturmereignis keine Seltenheit. Und oftmals gehen daraus erhebliche Sturmschäden hervor. Diese Schäden zu beseitigen, ist eine der vielen Aufgaben des Technischen Hilfswerks (THW).

Im Mai vergangenen Jahres erreichte ein solcher Auftrag das THW. Ein umgestürzter Baum sollte von einem Haus zu entfernt werden. Die zweite Bergungsgruppe des Technischen Hilfswerks Neuburg machte sich bereit. Es dauerte nicht lange, bis das Knattern der Motorsägen ertönte. Von einem Krankorb aus entfernten die Helfer zunächst die großen Äste des Baumes, sodass nur noch der Stamm auf dem Dach des Einfamilienhauses auflag. Der wurde mit dem Kran gesichert und von den Helfern geteilt und vom Dach gehoben. Solche Einsätze sind nie Routine und bergen immer viele Gefahren und Risiken. Jeder Baum wächst anders und wenn er fällt, bleibt er meist in einer sehr ungünstigen Position liegen. Die Helfer stehen dann vor der schwierigen Aufgabe, technische Hilfe zu leisten und die Gefahr, die von dem Baum ausgeht, sicher zu beseitigen.
Umfassende Ausbildung des Technischen Hilfswerks
Besonders wichtig ist, dass die Helfer genau wissen, was sie tun - und das muss gelernt sein. Ausbildung ist deshalb der wichtigste Aspekt. Und die bekamen die Helfer des Ortsverbands Neuburg in den vergangenen Wochen reichlich. Entsprechend neuer Richtlinien des THW gibt es einen speziellen Motorsägenschein, der eine umfassende Schulung zu Grunde legt.
Ein Diplomforstwirt nahm 18 Helfer des THW Neuburg unter seine Fittiche und führte sie an die Waldarbeit heran. Zuerst gab es einen umfassenden, theoretischen Unterricht, der viele Bereiche, wie zum Beispiel die Technik der Motorsägen, Schnitt- und Fälltechniken und wichtige Unfallverhütungsvorschriften beinhaltet. Nachdem die Helfer die Grundlagen und Finessen kennen gelernt hatten, wurden sie im Wald praktisch und unter professioneller Anleitung geschult. Das Verhalten im Forst, die Handhabung der Motorsäge und natürlich die Fällung und Bearbeitung von Bäumen waren das Lernziel eines jeden Helfers. "Es ist schon unglaublich, was für eine Energie dahinter steckt, wenn so ein Baum zu Boden fällt!", staunen die Helfer. Und sie erkannten, welch ein Knochenjob das Baumfällen ist - eine Tätigkeit, für die nun 18 ausgebildete Motorsägenführer des THW bereit stehen und für den nächsten Orkan gewappnet sind.
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