Neuburg Restlos gefüllt war das Neuburger Stadttheater am Donnerstagabend, als das Jugendtheater sein Stück "Wir sind Neuburg" auf die Bühne brachte. Initiiert hatte das Theaterprojekt von Jugendlichen für Jugendliche die lokale Agenda 21, als sie vor rund sechs Monate Neuburger Schulen und Organisationen einlud, Geschichten zum Thema "Migration, Isolation, Integration" zu schreiben.

Über 20 Texte wurden eingereicht, vier von ihnen hat das Jugendtheater Neuburg unter Leitung von Norbert Heine zu kurzen Theatersequenzen umgearbeitet. Mit schlichten Mitteln fanden die neun Jungschauspieler einen guten Einstieg in das Thema des Miteinanders in Neuburg.
Ganz in schwarz gekleidet, die Gesichter mit Masken verdeckt, machten sie, zunächst pantomimisch, später mit Worten, deutlich, dass das Äußere eines Menschen nichts über seinen Charakter aussagt. Diese Pantomime diente den Jugendlichen als Thema, dass die einzelnen Geschichten miteinander verband. Musikalisch begleitet wurden sie hierbei von der Band "Grundton", die dem mitunter etwas düsteren Spiel eine eigene Lebendigkeit verlieh. Die kurzen Theaterstücke griffen an diesem Abend nicht nur die Integration von anderen Kulturen auf, sondern beschäftigten sich auch mit dem Generationenkonflikt und der Isolation von behinderten Menschen in der Gesellschaft.
Konflikte durch Vorurteile
Mit ihrem Spiel führte die Theatergruppe den Zuschauern eindringlich vor Augen, dass die meisten Konflikte allein durch Vorurteile entstehen und leicht durch etwas mehr Offenheit und gegenseitiges Verständnis aus der Welt zu räumen wären.
Doch der Versuch zweier Lehrer aus dem Publikum, einen Rollstuhlfahrer allein mit pantomimischen Mitteln in eine Gruppe zu integrieren, erwies sich als schwieriger als gedacht. Aller Anfang ist schwer - das Theaterstück war an diesem Abend nicht nur für die Jugendlichen - sondern auch für ihr Publikum - ein gutes Medium, um Alltagssituationen von außen zu betrachten und in Zukunft für ein besseres Miteinander einzutreten.
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