Montag, 26. Juni 2017

01. Februar 2014 00:45 Uhr

Rezension

Göttin spielt Flöte

Jasmine Choi gab mit dem Georgischen Kammerorchester ein eindrucksvolles Konzert Von Johannes Seifert

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Ingolstadt Mit Maurice Ravels „ Le Tombeau de Couperin“, dem Flötenkonzert von Jacques Ibert und der 3. Sinfonie von Felix Mendelssohn-Bartholdy gelang dem Georgischen Kammerorchester eindrucksvoll der Start in die Konzertsaison 2014, in der zugleich das 50-jährige Bestehen des Orchesters (seit 24 Jahren in Ingolstadt) gefeiert wird.

Unter der neuen, überaus präzisen Leitung von Benjamin Shwartz offerierte das Orchester bereits zum Auftakt bei Ravels Orchesterbearbeitung eine differenzierte und wohlabgestimmte Klangbalance. Besonders auch die Harmonieinstrumente zeigten höchste Präsenz und agierten in solide gehaltener Grundstimmung. Diese in der Zeit des 1. Weltkrieges so treffend instrumentierte Musik untertitelt mit „ Grabmal für die Gefallenen des Weltkrieges“ mit dem tragisch instrumentierten Prelude, der melancholisch stimmenden Forlane, dem subtil gehaltenen Menuett und dem rhythmisch ansprechenden Rigaudon steht im eigentlichen Sinne wider des Vergessens und gilt ebenso als Hommage an den größten französischen Barockkomponisten Francois Couperin.

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Benjamin Shwartz überzeugte im Rahmen der Satzdarbietung durch klare Diktion und überaus straffe Führung.

Erstmals in Ingolstadt war die von der Zeitung Korea Times als „Göttin der Flöte“ hochgelobte Jasmine Choi an der Donau zu erleben. Sie ist eine der meist gefeierten Flötistinnen unserer Zeit. Die Solistin der Wiener Symphoniker, mittlerweile mit weltweit bedeutenden Auszeichnungen bedacht, intonierte an diesem Abend mit dem von Jacques Ibert verfassten Konzert für Flöte und Orchester wohl eines der anspruchsvollsten Solowerke überhaupt.

Technisch höchst anspruchsvoll

Dabei zeigte die junge talentierte Musikerin ihre musikalische Prägnanz, imponierte durch glänzende Intonation und Artikulation und gab sich in den technisch höchst anspruchsvollen Phrasen meisterhaft. Auch wenn sich das Publikum sicherlich ein weniger sperrig klingendes Werk gewünscht hätte, so war die melodische Linienführung der 14 K-Gold-Flöte dieser Ausnahmemusikerin im besten Sinne kompatibel mit den nicht weniger idiomatischen Streicherstimmen und der ebenso anspruchsvollen Harmoniebegleitung.

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