Ingolstadt Anerkennung, Verantwortung, anderen Menschen helfen, beruflicher Nutzen, und, und, und. Gute Gründe, eine ehrenamtliche Tätigkeit zu übernehmen, gibt es viele. Der häufigste positive Nebeneffekt der Freiwilligen-Arbeit ist aber ein anderer: Spaß. Olivia Hahn präsentiert dieses überraschende Ergebnis einer repräsentativen Umfrage gestern etwa 60 Interessierten in der Vhs. Die Pädagogin von der Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligen Agenturen stellte den "Freiwilligendienst aller Generationen" vor, der als Motor für den weiteren Ausbau und die bessere Vernetzung von ehrenamtlichen Tätigkeiten dienen soll - hier und im ganzen Land.
"Engagement schlägt Brücken"
46 sogenannte Leuchtturmprojekte gibt es in Deutschland insgesamt, das Ingolstädter Modell ist eines davon. Gefördert werden sie mit vier Millionen Euro vom Bundesfamilienministerium. Der "Freiwilligendienst aller Generationen" vereint in Ingolstadt drei Träger: das Bürgerhaus, die Freiwilligen Agentur und die Volkshochschule. Unter dem Motto "Engagement schlägt Brücken" sollen Menschen aller Altersgruppen motiviert werden, sich freiwillig für die Allgemeinheit einzusetzen.
Konkret bedeutet das zum Beispiel: Betreuung von Menschen mit Behinderung, Hilfe für Besucher der Sonderausstellung zum 600-jährigen Bestehen der Münsterpfarrei, Mitarbeit in den Stadtbibliotheken, Gartenpflege im Deutschen Medizinhistorischen Museum, Leihoma oder -opa sein, Tagungsbegleiter für die Vhs oder Schülerpatenschaften. Vereine und Institutionen aus den unterschiedlichsten Bereichen des gesellschaftlichen Lebens beteiligen sich an dem "Freiwilligendienst aller Generationen". Die Angebote decken Tätigkeiten aus der Kultur, Bildung, Umwelt, Schule, Pflege, Technik etc. ab.
"Die Projekte sollen integrativ wirken und junge Menschen an bürgerschaftliches Engagement heranführen", sagte Peter Ferstl, der Leiter des Mehrgenerationenhauses. Es gehe nicht nur um eine gute Vermittlung zwischen Freiwilligen und offenen Projekten, sondern auch um die Stärkung der Zivilgesellschaft und darum, die "Kultur der selbstverständlichen Freiwilligenarbeit zu fördern", so Ferstl. Die Teilnehmer des Projekts genießen Vorteile wie umfangreiche Fortbildungsmöglichkeiten und Versicherungsschutz (siehe Kasten).
Bereits jetzt haben sich ein gutes Dutzend dem neuen Freiwilligendienst angeschlossen. In dem Modellprojekt geht es langfristig auch darum, in Ingolstadt Strukturen zu entwickeln, die überregional zum Einsatz kommen sollen.
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