Mittwoch, 22. November 2017

21. Januar 2017 00:31 Uhr

100 Jahre Konzertverein

Gulda – lustvoll und galant präsentiert

Raphaela Gromes und Philharmonie Reutlingen im Theaterfestsaal Von Johannes Seifert

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„Im Wesen der Musik liegt es, Freude zu bereiten“, das wusste bereits der griechische Philosoph Aristoteles.

Friedrich Guldas Cellokonzert, das er für Heinrich Schiff komponierte, wurde bereits in Wien 1981 mit Riesenerfolg uraufgeführt. Und genau dieses grandiose und gleichermaßen unterhaltsame Werk, dessen Sätze sich zwischen Funk, Rock, Jazz, Klassik und Ländleridylle bewegen, erfreut in ganz eigenständiger Manier.

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Die junge Cellistin Raphaela Gromes gab ihr Debüt im Herbst 2005 mit eben diesem Cellokonzert. Schon damals wurde sie von Publikum und Presse überschwänglich gefeiert. Bei ihrem jüngsten Konzert im Theaterfestsaal verdeutlichte die Gewinnerin des Musikförderpreises des Konzertvereins (2011) und jüngste Preisträgerin beim Deutschen Musikwettbewerb 2016 mit genau dem gleichen Werk, wie plastisch, feinfühlig und authentisch sie interpretieren kann.

Bereits in der Ouvertüre bewältigt sie die „Jazz-Rock-Abschnitte“ mit erstaunlicher Leichtigkeit und Souveränität. In der Cellokantilene – im zweiten Satz – offenbart Raphaela Gromes ihre überaus makellose Tonalität und wirkt dabei so lustvoll, glühend und keineswegs zu pathetisch. Und auch die höchst anspruchsvolle Cadenza mit zwei Improvisationspassagen und den markanten „Flageolett-Tönen“ gelingen der charmanten Künstlerin. Hier glühen und flirren die Töne, die sie dem genial klingenden Violoncello von Jean-Baptiste Vuillaume (um 1855) entlockt. Im folgenden Menuett sowie im Finale, unterbrochen von einem „Jazzrock-Unwetter“, mit dem man im Salzkammergut jederzeit rechnen kann, spürt man tiefe Leidenschaft und Hingabe einer unglaublich perfekt agierenden Künstlerin, deren Spiel keineswegs steril, sondern viel mehr affektvoll und berührend ist.

Das Bläserensemble der Württembergischen Philharmonie Reutlingen unter der Leitung von Felix Hauswirth, das bereits im ersten Konzertteil mit einer etwas „erdenschweren“, aber doch ansprechenden Intonation von Felix-Mendelssohn Bartholdys „Notturno“ und Antonin Dvoráks „Serenade in d-Moll“ aufwartete, agierte bei der dynamisch gut abgestuften Begleitung von Raphaela Gromes ganz zur Freude des begeisterten Publikums eine Spur frischer, galanter und letztlich auch schwungvoller.

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