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05. Oktober 2009 22:05 Uhr

"Halt" gegen den Vollrausch im Kindesalter

Neuburg Im Landkreis soll mehr getan werden, damit Jugendliche weniger Alkohol trinken. Beim Treffen der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft Neuburg-Schrobenhausen (PSAG) im Bürgerhaus Ostend kamen 14 Mitarbeiter aus allen Bereichen der Jugendarbeit zusammen, um Erfahrungen auszutauschen und von den neuesten Entwicklungen zu berichten. Von Maximilian Dorr

"Verhindern, dass Jugendliche zu viel trinken und wenn sie doch über die Stränge schlagen, dann müssen wir da sein und unsere Hilfe anbieten, damit so etwas nicht noch einmal passiert." So fasste Psychologe Harald Indrich die Arbeitsbereiche zusammen, mit denen man gegen den Alkoholmissbrauch bei Kindern und Jugendlichen im Landkreis ankämpfen will. Vertreter des Jugendamts, der Schulen, der Polizei und der Kinderpsychiatrie waren anwesend. Psychologe Harald Indrich musste zu Beginn erst mal einige traurige Zahlen erläutern. So lag die Anzahl von Minderjährigen aus dem Landkreis Neuburg-Schrobenhausen, die mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus kamen, Ende September schon bei 75. Im Vergleich: Zum 31. Dezember 2008 waren es 69 Jugendliche.

Indrich will nicht ausschließen, dass die Zahl bis Jahresende noch ansteigt. "Wenn man eine Hochrechnung anstellen würde, dann wären wir Ende des Jahres bei 100 Fällen."

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Als Reaktion auf die Entwicklung wurde im vergangenen Jahr das "Halt-Projekt" ins Leben gerufen. Ein Sozialpädagoge kümmert sich noch am Krankenbett um Kinder und Jugendliche, die mit einer Alkoholvergiftung eingeliefert wurden und bietet ihnen Unterstützung an. Das ist bisher bei fünf bis sechs Jugendlichen geschehen und Indrich zieht eine positive Bilanz: "Die Eltern waren oft froh darüber, dass jemand Hilfe angeboten hat."

Finanzierung für "Halt-Projekt" steht noch nicht

Allerdings können im Moment nur Ingolstädter von diesem Angebot Gebrauch machen. Eine Ausweitung auf Neuburg ist geplant und wird von der PSAG gewünscht. Allerdings ist es fraglich, ob die zuständigen Behörden die benötigten Gelder dafür zur Verfügung stellen.

Die Arbeitsgruppe will in Zukunft auch mehr Betreuungs- und Informationsangebote für Eltern anbieten. Die Familienberatungsstelle des Landkreises bietet aus diesem Grund bereits ein Elternseminar an, das bei Problemen mit pubertierenden Kindern Hilfestellung geben soll. Die Nachfrage ist so groß, dass viele der Interessierten nicht die Möglichkeit haben überhaupt teilzunehmen. "Wir könnten sechs Seminare im Jahr veranstalten", sagte Leiterin Iris Lang.

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