Montag, 24. November 2014

12. Juni 2013 07:00 Uhr

Neuburg-Schrobenhausen

Im Fernsehen will er punkten

Bei der CSU durfte Wolfgang Schmidt nicht das tun, was er in der Politik machen wollte: mitentscheiden. Deshalb wechselte er zur FDP. Mit ihr will er in den Landtag

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„Ich war völlig platt, wie es da abgeht!“Wolfgang Schmidt über seinen ersten Eindruck von der FDP

Neuburg-Schrobenhausen Wenn die Sprache auf die Verwandtenaffäre kommt, dann kann sich Wolfgang Schmidt bequem zurücklehnen. Nicht nur, weil aus den Reihen der FDP keine Abgeordneten betroffen waren. Sondern auch, weil der Direktkandidat für die Liberalen im Stimmkreis Neuburg-Schrobenhausen die ganze Aufregung nicht verstehen kann. „Was ist schlimm daran, ein enges Familienmitglied für mich arbeiten zu lassen?“, fragte er im Redaktionsgespräch mit der Neuburger Rundschau. Keiner könne das schließlich besser und sei darüber hinaus rund um die Uhr verfügbar. Das Geld, so sagt er, hätte so oder so bezahlt werden müssen.

Wolfgang Schmidt ist keiner, den man so schnell aus der Reserve locken kann. Keiner, der emotional, geschweige denn leidenschaftlich diskutiert. Der Aresinger ist ein Pragmatiker. Das sagt er von sich selbst. Nüchtern, sachlich, ergebnisorientiert – so geht er an Themen heran. Das ist in seinem Beruf als kaufmännischer Energieberater nicht anders als in der Politik, in der er sich seit vier Jahren engagiert. 2008 ist er in die Bayern-FDP eingetreten und durfte dort sofort im Landesfachausschuss für Innen- und Rechtspolitik mitmischen. Das gefiel ihm. Denn bei der CSU hatte er zuvor ganz andere Erfahrungen gemacht. Bei den Aresinger Christsozialen wollte er sich engagieren – nicht nur als passives Mitglied, sondern an vorderster Front. Doch die Aresinger hatten keinen Platz für ihn, erzählt er. Nachdem schließlich Edmund Stoiber zurücktreten musste und die CSU das Rauchverbot einführte, war für den 59-Jährigen, der jeden Tag eine Schachtel Zigaretten raucht, das Maß voll. „Das ist nicht meine Partei“, sagte er sich und wechselte zum Koalitionspartner.

Neben seinem Engagement in der FDP-Landespartei ist er im Landkreis stellvertretender Kreisvorsitzender. Dass er die Direktkandidatur gegen Horst Seehofer gewinnen könnte, bezeichnet er schlichtweg als „aussichtslos“. Als gebürtiger Fürstenfeldbrucker sei er im Landkreis einfach nicht bekannt genug. Es sei denn, es biete sich ihm die Gelegenheit, auf sich aufmerksam zu machen. Im Fernsehen etwa, wenn er bei Podiumsdiskussionen durch markante Sprüche aus dem Schatten des Ministerpräsidenten heraustreten könnte. Ob sich ihm diese Gelegenheit bieten wird, weiß er nicht.

Wenn Schmidt den Sprung in den Landtag schafft, dann würde er sich dafür starkmachen, dass Landeseinrichtungen – Forschungsinstitute, Hochschulen oder übergeordnete Behörden – im Landkreis angesiedelt werden. Auch an der hiesigen Infrastruktur fehlt’s seiner Meinung nach noch weit: Die B300 müsste ausgebaut werden, Schrobenhausen brauche eine Ortsumgehung und vielleicht würde eine bessere Verbindungsstraße zwischen Neuburg und Schrobenhausen den Landkreis im Norden und Süden auch endlich emotional miteinander verschweißen. Als Aresinger hat Schmidt natürlich den Blick auf Schrobenhausen gerichtet und stellt fest, dass „Neuburg zu viel an sich zieht und zu wenig nach Schrobenhausen schaut“. Die Wirtschaftsschule beispielsweise hätte nach seinem Dafürhalten in Schrobenhausen angesiedelt werden müssen. Außerdem müsse der öffentliche Nahverkehr endlich ausgebaut werden. Dass den Worten bislang keine spürbaren Taten gefolgt sind, liegt seiner Meinung nach daran, dass womöglich die Voraussetzungen nicht stimmen. Als Landtagsabgeordneter gelte es, dies zu eruieren.

Fernab der beiden Städte im Landkreis will sich Schmidt aber auch um die Belange in den Gemeinden kümmern. Doch dazu muss er erst einmal wissen, welche Themen den Bürgern unter den Nägeln brennen. „Ich kenne den Landkreis noch nicht so gut“, gibt er zu, doch genau aus diesem Grund will er in den nächsten Wochen durch alle Rathäuser touren und sich von den Bürgermeistern sagen lassen, wo’s hakt.

Sollte Schmidt der Sprung in den Landkreis nicht gelingen, dann scheint das für den überzeugten FDP-Mann auch kein Beinbruch zu sein. Er sieht es pragmatisch: „Ich muss nicht auf Teufel komm’ raus in den Landtag.“

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