Mittwoch, 29. März 2017

19. November 2009 04:55 Uhr

Ist der Mobilfunk nun schädlich oder nicht?

Rohrenfels (mad) - So recht verstehen die Rohrenfelser Bürger nicht, wieso sie noch einen Mobilfunksender in ihrem Gemeindegebiet dulden sollen. Da halfen auch die Vorträge von zwei Experten auf der Bürgerversammlung am Dienstag nicht viel. Denen wurde eher noch Parteinahme für die Mobilfunkbetreiber vorgeworfen.

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Professor Dr. Caroline Herr vom bayerischen Landesamt für Gesundheit sprach über die Auswirkungen der Mobilfunkstrahlen auf den Menschen. Ihr Tenor war klar: Keine schädlichen Auswirkungen konnten bisher wissenschaftlich nachgewiesen werden. Die Erwärmung am Ohr? Die finde vor allem wegen der Abschattung mit der eigenen Hand statt, so die Wissenschaftlerin. Der Anstieg von Tumorerkrankungen in den Hauptabstrahlkeulen von Mobilfunkmasten? Der habe nichts mit dem Mobilfunkmasten zu tun - auch ohne Masten gebe es sogenannte Clusterbildungen, also Häufungen von Tumorerkrankungen. Und die von vielen Menschen beschriebenen körperlichen Leiden? Die gebe es sicherlich - wo auch immer die Ursache dafür liege, die oftmals nie aufgespürt werde - aber eine Schuld der Mobilfunkstrahlung habe nicht nachgewiesen werden können.

Zuhörer konfrontierten Herr mit Studien, bei denen sie mitgearbeitet habe und die von den Mobilfunkbetreibern finanziert worden seien. "Teilweise ja, aber die Betreiber müssen die Forschung mitbezahlen, haben aber keinen Einfluss auf die Ergebnisse." Außerdem habe nicht sie von diesem Geld gelebt, vielmehr sei die Forschung bezahlt worden.

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Recht zufrieden waren die Rohrenfelser dennoch nicht. Die Mobilfunkbetreiber würden in einer maßlosen Selbstherrlichkeit gegenüber den Kommunen auftreten. Der Einfluss vor der eigenen Haustür werde arg begrenzt. Clemens Frank Mehnert vom bayerischen Landesamt für Umweltschutz brach gar eine Lanze für mehr Mobilfunkmasten. Nicht von den Masten, sondern von den Handys direkt am Ohr gehe die höchste Strahlenbelastung aus. Und die Handys regulierten ihre Abstrahlung automatisch herunter, wenn sie einen guten Empfang haben.

Der Markt der mobilen Telefonie - derzeit gibt es bei rund 80 Millionen Deutschen etwa 110 Millionen Handyverträge - wachse so stark, dass man ohne Ausbau des Netzes sehr schnell an dessen Grenzen gelange. "Dann haben Sie zwar ein Netz, telefonieren können Sie aber trotzdem nicht, weil es nur eine begrenzte Anzahl an Telefonaten gleichzeitig aufnehmen kann."

Mehnert, der sich um den Immissionsschutz in Nordbayern kümmert, erklärte akribisch die Technik und die Strahlenformen, die sich im Mobilfunk verbergen. Recht viel weiter schien die Veranstaltung, die in Zusammenarbeit der Gemeinde mit Dr. Bernhard Schmid, Leiter des Gesundheitsamtes Neuburg-Schrobenhausen, entstanden war, die Bürger nicht zu bringen. Die Gegner der weiteren Verbreitung von Mobilfunksendern konnten nicht wirklich überzeugt werden. Die Menschen stört gewaltig, dass sie einer - anscheinend politisch gewollte, so ein Zuhörer - Übermacht der Mobilfunkbetreiber gegenüberstehen.

Die Standortvorschläge für Mobilfunkantennen, die die Gemeinde angeboten hatte, wurden bisher vom Netzbetreiber abgelehnt. Allerdings hat der Betreiber in Rohrenfels auch niemanden gefunden, der die Antenne auf dem Dach eines seiner Gebäude haben will. Deshalb auch der lakonische Hinweis eines Zuhörers. "Wenn wir uns einig sind, finden die bei uns keinen Standort."

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