Bei dem Verfahren soll der Feinstaub durch sogenannte photokatalytische Reaktionen gebunden werden. "Praktisch werden Fensterflächen mit Materialien beschichtet, die Feinstäube elektrostatisch anziehen und unter Tages- oder Kunstlicht zersetzen", teilte die Stadtverwaltung zu der Methode mit. Als Bindemittel seien Silicium-Verbindungen besonders geeignet. Als Katalysator dienten bei einem Versuch am Christoph-Scheiner-Gymnasium Zink- und Zinnoxide.
Kinder sind besonders von den Belastungen durch Feinstaub betroffen
Die Diskussion um die Gefahren des Feinstaubs - Partikel einer Größe von maximal einem Hundertstel Millimeter - beschränkt sich nach Auffassung der Stadt bisher fast ausschließlich auf die Belastung der Luft im Freien. Dafür gibt es seit 1999 EU-weite Grenzwerte von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft, die an maximal 35 Tagen im Jahr überschritten werden dürfen. Untersuchungen belegten inzwischen aber, dass der Feinstaubgehalt in geschlossenen Räumen in bestimmten Fällen fünfmal höher ist als in der Außenluft.
Ziel des Modellversuchs in Ingolstadt sei es, den Feinstaubgehalt in öffentlichen Räumen, allen voran Schulen und Kindergärten, zu reduzieren. Kinder seien besonders von den Belastungen durch Feinstaub betroffen, da ihr Immunsystem noch nicht ausgereift ist, erläuterte der Arzt und Stadtrat Gerd Werding (Freie Wähler). Bisher habe man versucht, den Feinstaubgehalt an Schulen und Kindergärten durch konventionelles Saubermachen zu reduzieren. Dies helfe aber kaum. Die Stadt bezifferte die Kosten für die Beschichtung aller Fenster in einer Schule auf durchschnittlich 50.000 Euro. dpa/lby