Samstag, 16. Dezember 2017

13. Oktober 2012 12:03 Uhr

Soziales

„Kibeno“ hilft Eltern

„Mobile Familie“ ermöglicht über eine Notrufnummer eine schnelle Kinderbetreuung Von Thomas Michel

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Ingolstadt Fast alle Eltern dürften schon mal mit einer Situation konfrontiert worden sein, bei der sich die Frage nach einer schnellen Kinderbetreuung stellt. Da ist der eigene Sprössling krank und trotzdem flattert überraschend ein Geschäftstermin ins Haus oder die reguläre Kinderbetreuung fällt aus. Was tun?

Die Antwort liefert jetzt der Verein „Mobile Familie“ mit dem neuen Kinderbetreuungsnotruf – kurz „Kibeno“ genannt. Gestern wurde das neue Angebot vorgestellt. Die Idee zu „Kibeno“ sei bei einem Workshop im Januar entstanden, erklärt Ursula Erb: „Wir haben festgestellt, dass es einen großen Bedarf an Kinderbetreuung gibt, wenn die normalen Strukturen nicht zur Verfügung stehen.“ Früher sei es für Eltern noch einfacher gewesen, im Notfall schnell eine Kinderbetreuung zu organisieren: „Da wurde die Oma gefragt oder die Nachbarin. Heutzutage leben die Verwandten aber oft sehr weit entfernt.“ Insbesondere Alleinerziehende stelle dies immer wieder vor große Herausforderungen. Damit die Eltern im Notfall trotzdem flexibel sind, brachte die „Mobile Familie“ „Kibeno“ auf die Welt.

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Kibeno: Einfaches Prinzip mit großer Wirkung

Das Prinzip ist einfach: Über die normale Büronummer oder den Handy-Notruf (0176/34511973) melden sich die Eltern, die kurzzeitig eine Kinderbetreuung benötigen. Der Verein vermittelt dann eine Betreuerin, die ins Haus kommt. Damit der „Notruf“ nicht missbraucht wird, will der Verein die Situation genau abklopfen: „Wir fragen gezielt nach, klären viele Faktoren ab,“ sagte Anita Felber-Seel. „Das Angebot gilt nur für echte Notfälle, nicht etwa bei einem Friseur-Termin. Aber auch bei schwereren Krankheiten des Kindes werden wir abwägen müssen.“ Zur Absicherung müssen Eltern und Betreuerin auch einen 13-seitigen Fragebogen ausfüllen. Hier werden Krankheiten des Kindes ebenso abgefragt, wie das Lieblingsspielzeug und die Essgewohnheiten.

Zum Start stehen „Kibeno“ drei Betreuerinnen, alle selbst Mütter, zur Verfügung, die die Stadt Ingolstadt und den Umkreis abdecken.

Anni Grabmann kommt aus Nassenfels und ist daher auch für den Landkreis Neuburg-Schrobenhausen zuständig. Die Witwe hat in der Zeitung von „Kibeno“ gelesen und sich sofort beworben: „Ich wollte mich sinnvoll einbringen.“ Ergänzt wird das Team von Gerlinde Schmid aus Altmannstein und Elisabeth Seelbach aus Ingolstadt. „Wir suchen aber noch weitere Betreuerinnen. Wer Interesse hat, darf sich gerne bei uns melden,“ erklärt Felber-Seel. Ziel seien zunächst fünf bis sechs Betreuungskräfte. Jeweils eine von ihnen wird für „Kibeno“ in Bereitschaft sein – und das 24 Stunden am Tag. „Wir glauben, dass Kibeno Eltern auch ein Stück Sicherheit geben kann, wenn sie wissen, dass es da ein Angebot gibt, das sie im Notfall in Anspruch nehmen können,“ so Felber-Seel.

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