Samstag, 16. Dezember 2017

13. November 2017 19:06 Uhr

Ingolstadt

Klavierglanz zum Jubiläum

100 Jahre Konzertverein: Wie die Philharmonie Kiew und Pianist Antonii Baryshevskyi beeindrucken konnten. Von Johannes Seifert

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Die Philharmonie Kiew und der junge Solist, Antonii Baryshevskyi (Klavier) gestalteten eindrucksvoll das Jubiläumskonzert, 100 Jahre Konzertverein Ingolstadt.
Foto: Johannes Seifert

Der Konzertverein Ingolstadt, 1917 von Ludwig Liebl gegründet und heute durch die Familie Atzerodt in bewährter und überaus engagierter Weise geleitet, zählt ohne Zweifel zu den herausragenden Kulturinstitutionen unserer Region. Seit über 100 Jahren gelingt es den Verantwortlichen, ein hochrangiges Musikangebot mit zahlreichen Künstlern von Weltruf anzubieten. Genau vor 100 Jahren, am 12. November 1917 war der erste Veranstaltungstag des damals neugegründeten Vereins. Das aus diesem Anlass initiierte Festkonzert mit dem Staatlichen Sinfonieorchester der Nationalen Philharmonischen Gesellschaft der Ukraine unterstrich somit einmal mehr, wie erlesen und hochkarätig die Konzerte des Konzertvereins mittlerweile nun mal sind.

Dieses wohl wichtigste Ensemble Osteuropas – es war bereits mehrmals an der Donau zu Gast – zeigte beim restlos ausverkauften Festkonzert, wie stimmig und niveauvoll es intonieren kann. Unter der Leitung des gefragten Dirigenten Mykola Dyadiura, er wurde u.a. von Leonard Bernstein, Seiji Ozawa und André Previn gefördert, boten die Musiker bereits zu Beginn des Abends bei Edvard Griegs Vertonung, „ Im Herbst“, op11, ein über weite Strecken dynamisch differenziert angelegtes Spiel. Das dunkle Chroma der Melodien verliert sich in dieser Notation in betörend weicher Einsamkeit, die furiosen Aufschwünge rauschen, ohne martialisch zu klirren. Melancholie, Einsamkeit, Ernst, aber auch Lebensfreude finden in dieser Musik ihren so prägnanten Ausdruck.

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Routiniert, in den Anfangstakten noch etwas am musikalischen Ausdruck feilend, später dann doch souverän, finden die Musiker hier zusammen, agieren dialogisch glanzvoll und mit entsprechend hohem Einfühlungsvermögen. Mykola Dyadiura führt präzise, mit etwas wenig Expressivität, dennoch folgt ihm sein Orchester bis ins letzte Detail und kann in Sachen Balance und Klangsinnlichkeit überzeugen.

Das Konzert für Klavier und Orchester a-Moll, von Robert Schumann, lebt von der Magie des Augenblicks. Dem jungen, erfolgreichen Ausnahmepianisten, Antonii Baryshevskyi, der auch Preisträger des renommierten Arthur Rubinstein Klavierwettbewerbes ist, gelang eine in sich gekehrte, fast demutsvolle Interpretation. Bei bester Verschmelzung von Klavier und Orchesterapparat wirkte dessen Spiel klar, effektvoll, solistisch makellos und auch in jeder Hinsicht ausdrucksstark. Nie hatte man im Werkverlauf den Eindruck, dass unterschiedliche Nuancen einfach zugedeckt waren. Ganz im Gegenteil: Durch sein ansprechendes und auch agogisch reines Spiel konnten eindrucksvolle Schattierungen und Ausdrucksformen vor allem auch im wunderschön intonierten zweiten Satz (Andante grazioso) besonders effektvoll zur Geltung kommen. Farbiger und kantabler kann man dieses Werk wohl kaum intonieren. Auch bei zwei Zugaben (Debussy und Ligeti) verdeutlichte Baryshevskyi seine hoch differenzierte Anschlagskultur, ganz zur Freude eines spürbar beeindruckten Publikums.

Johannes Brahms komponierte 1877 seine 2. Symphonie in D-Dur, op 73, die im zweiten Konzertteil dargeboten wurde. Dieses Werk lebt im eigentlichen Sinne von der Schönheit des Moments.

Dyadiura leitete hier sein so williges Orchester mit enormer Präzision. Der Einstieg in das Thema war vielversprechend, die Kontraste zeugten von klarer Gliederung. Dennoch trat bei aller musikalischen Intensität und Beweglichkeit des Orchesterapparates das Gefühl für das Romantische doch etwas in den Hintergrund.

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