Der Anti-Atom-Protest wächst auch in Ingolstadt. Bundestagsabgeordnete halten spontan Reden


Ingolstadt Der Protest gegen den Atomstrom nimmt auch in Ingolstadt Fahrt auf. Während bei den letzten Mahnwachen nicht mehr als etwa 200 Menschen zum Schliffelmarkt in der Fußgängerzone gekommen waren, demonstrierten dort gestern Abend über 300 Menschen. Auch die Bundestagsabgeordneten der Grünen und der Linken waren erstmals vor Ort.
Die Mahnwache, die bereits zum dritten Mal montags abgehalten wurde, stand unter dem Eindruck der „mächtigen Demonstration in München vom Samstag“, wie Georgine Müller vom Bund Naturschutz sagte. Rund 70 Ingolstädter hatten bereits dort gegen Atomkraftwerke demonstriert.
Wie die anderen Redner stand Müller auf einer Holzbank und erinnerte mithilfe eines gigantischen Megafons an die Katastrophe in Japan. Rundherum standen Parteivertreter und Bürger, zündeten Kerzen an und die Unterschriftenlisten einer Petition des Bund Naturschutzes an die Bundeskanzlerin füllten sich rasch. Darin wird Angela Merkel aufgefordert, „die Atomkraftwerke in Deutschland abzuschalten“.
Auch Eva Bulling-Schröter von den Linken rief die 250000 Menschen ins Gedächtnis, die am Wochenende deutschlandweit demonstriert haben. Die Bundestagsabgeordnete sprach von einem „Gau“ in Fukushima, den die japanische Regierung erst jetzt eingeräumt habe. Sie forderte in einer kurzen Ansprache dezentrale Energien und rief die Menschen dazu auf, den „großen Konzernen ihren Profit und somit ihre Macht zu entziehen“. Sie wünschte sich, dass eine Millionen Menschen per Stromanbieterwechsel den Atomkonzernen den Rücken kehren.
Beherrschendes Thema waren gestern Abend auch die Landtagswahlen vom Sonntag. Bundestagsabgeordnete Agnes Krumwiede von den Grünen sprach mit Blick auf den Erfolg ihrer Partei von einem „Anfang einer neuen Zeit und eines anderen Umgangs mit den Menschen“.
Harald Schirmer von den Grünen rief vor allem zum Wechsel zu einem der alternativen Stromanbieter auf. Er machte auch auf die katastrophalen Folgen des Uranabbaus etwa in Australien aufmerksam und auf die Verzahnung der zivilen mit der militärischen Nutzung der Atomtechnologie.
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