Ingolstadt (vl) - Die Lokalmatadoren sind unschlagbar: Der alte und neue Deutsche Brass Band Meister heißt Bayerische Brass Band Akademie (3BA). Das Blechblasorchester mit Sitz in Ingolstadt und Musikern aus ganz Bayern nutzte bei der zweiten Deutschen Brass Band Meisterschaft erneut den Heimvorteil und setzte sich in der Höchststufe gegen drei Konkurrenten durch. Auf dem zweiten Platz landete die Brass Band Oberschwaben-Allgäu, gefolgt von der Brass Band A7 aus dem Raum Memmingen und der Folkwang Brass Band.

Zum zweiten Mal marschierte die geballte Kompetenz der Blechbläser aus ganz Deutschland in Ingolstadt auf. Zehn Blechblasorchester und 400 Anhänger der hierzulande noch sehr jungen, aber umso ambitionierteren Musikrichtung lieferten sich in drei Schwierigkeitsstufen über den ganzen Samstag hinweg im Theaterfestsaal einen musikalischen Wettstreit auf hohem Niveau.
Die Brass Bands waren aus München, Regensburg, Köln, Hessen, Schwaben oder Düren angereist. Seit 9 Uhr ertönten die Kornette, Tuben, Posaunen, Baritone und Flügelhörner in der Schanz. Drei Fachjuroren lauschten hoch konzentriert auf der Empore den ganzen Wettbewerbstag über den 34 bis 38 Musikern der Blasorchester - nicht offen, sondern hinter großen Vorhängen. Nur die Zuschauer wussten, wer gerade mit seinem Pflicht- und Wahlstück auf der Bühne stand. Nach dem Wettbewerb wurden die Teilnehmer noch eine ganze Weile auf die Folter gespannt: Die Preisverleihung stand erst um 23 Uhr auf dem Programm - nach dem sogenannten Entertainment Contest, bei dem nun das Publikum die Richterrolle übernahm. Vier Brass Bands traten in halbstündigen Performances gegeneinander an. Die Publikumsjury kürte die Brass Band A7 zum Sieger in der Kategorie Unterhaltung.
Für viele Zuschauer war das Event zuerst einmal eine Bildungsstunde über die hierzulande noch weitgehend unbekannte Musikrichtung der Brass Bands. Während die Blechblasorchester in England - wo diese Form um 1830 entstanden ist - sehr bekannt sind und auch in der Schweiz und den Benelux-Ländern beliebt sind, gibt es in Deutschland gerade einmal etwa 25 Brass Bands - in England sind es an die 4000. Der Wettbewerb, organisiert vom Bayerischen Blasmusikerverband, soll den Bekanntheitsgrad steigern und Ansporn zu Höchstleistungen sein. Dass die Brass Bands, die gänzlich auf Holzblasinstrumente verzichten und sowohl eigenes Repertoire als auch Bearbeitungen klassischer Musikthemen spielen, nichts mit herkömmlichen Blechbläserensembles zu tun haben, davon konnte man sich im Theater erneut überzeugen.
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