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26. Mai 2009 04:43 Uhr

Meditative Exponate an einem stillen Ort

Neuburg/Mainburg "Als mich der Neuburger Unternehmer Helmut Wittmann gefragt hat, ob der Neuburger Kunstkreis Interesse an einer Ausstellung im Krematorium Mainburg hätte, war ich sofort begeistert", so begann die Eröffnungsrede von Sissy Schafferhans, die - neben Annemarie Meilinger und Peter Katter - eine der drei Kunstkreis-Vorsitzenden ist. Das Vorstandsteam besichtigte die, im Dezember 2008 eröffnete Feuerbestattungs-Einrichtung und sah, "dass hier - ohne auf christliche Symbolik zurückzugreifen - ein für Bayern ganz neuer Bautypus geschaffen worden ist". Jetzt hat der Neuburger Kunstkreis dort seine Spuren hinterlassen. Nämlich mit der Ausstellung "Kunst im Krema", die jetzt eröffnet wurde. Von Christiane Gottfriedsen

Beim Betrachten der Exponate, die mit viel Gespür für deren Wirkung von Hannah Starfinger, Karin Roth, Maria Matschina und Sissy Schafferhans gehängt wurden, vermittelt sich auf ganz unterschiedliche, teils auch erschütternd eindringliche Weise, wie mit den Themen "Leben", "Sterben", "Tod" und "Erinnerung" umgegangen werden kann.

Familiennamen Verstorbener

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Da scheint sich beispielsweise Karin Roth aus Königsmoos ganz konkret mit ihrer Lebensgeschichte auseinanderzusetzen. Ihr Bild mit dem Titel "In die Trauer mischt sich" zeigt in der sie künstlerisch charakterisierenden Weise klar umrissene Flächen und Linien, die mit Familiennamen Verstorbener versehen sind. Das Werk ist nur in den Tönen Schwarz und Weiß gehalten. Eine berührende Arbeit, die ahnen lässt, dass ihr schmerzliche Prozesse zugrunde liegen.

Verena Hubbauer, junges Kunstkreismitglied aus Neuburg-Ried und ausgebildete Holzschnitzerin, hat aus Lindenholz ein naturalistisch bis ins kleinste Falten-Detail ausgearbeitetes "letztes Hemd" geschaffen, mit roter Farbe versehen und an einem Ausstellungsnagel hängend, quasi so, als ob sich der ehemalige Besitzer gerade noch im Raum befunden hat und nun für immer fort ist. Ihre zweite Arbeit zeigt das leidende Christusantlitz in drei Versionen aus einem Lindenholzstamm herausgearbeitet - von unten nach oben immer exakter werdend.

Lebensfroh dagegen sind die Bilder von Annemarie Meilinger, "your turn 1" und "your turn 2", die sich überschneidende, teils angeschnittene Halbkreise in herrlich bunten, leuchtenden Farben zeigen, deren Intensivität in der Mitte durch ein "aufgesetztes" Viereck gedämpft wird.

Verschiedene Aussteller präsentierten darüber hinaus ein interessantes Angebot zum Thema "letzter Weg" - so etwa Überfang-Urnen aus Holz (Gerhard Brandl), Erinnerungsdiamanten und vieles andere mehr. Besucher wie Aussteller empfanden das Krema Mainburg als einen trotz seiner eigentlichen Bestimmung sehr ansprechenden, ästhetisch gestalteten Ort, an den sie gern für den Besuch einer neuen Ausstellung oder Vernissage jederzeit zurückkehren würden.

Das Krema Mainburg (Am Haidholz 6, Telefonnummer 08751/846630) ist jeden ersten Freitag im Monat von 14 bis 17 Uhr zur Besichtigung geöffnet. Die Ausstellung des Kunstkreises kann noch bis zum 23. November 2009 besucht werden. Individuelle Termine können darüber hinaus jederzeit telefonisch vereinbart werden.

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