Betrüger "Charly" hatte Bischof Mixa um fast 5000 Euro geprellt. Mixa sagte heute am Landgericht Ingolstadt aus. Er berichtete von den erfundenen Geschichten des Betrügers. Von Harald Jung



Mit Spannung wurde von zahlreichen Zuhörern und Medienvertretern der Auftritt des Bischofs als Zeuge im Betrugsprozess gegen "Charly McLarren" erwartet. Er hat von Mixa im Herbst 2010 wenige Monate nach dessen Rücktritt als Oberhirte von Augsburg zwei mal Geld bekommen, insgesamt etwas über 4850 Euro. Der 29-Jährige hat sich vielen seiner Opfer als US-amerikanischer Polizist ausgegeben und mit Lügenschichten Geld erschwindelt. Unter anderem erzählte er von einer soeben im Kindbett verstorbenen Frau, die ihm ein schwerkrankes Kind hinterlassen habe. Mit dieser Story landete "Charly" auch bei zwei Ordensfrauen im Kloster Fünfstetten und später bei Mixa selbst. Tatsächlich ist "Charly" ein gebürtiger Eichstätter mit ganz anderem Namen.
Beim Prozessauftakt behauptete er, einst Mixas persönlicher Ministrant im Dom von Eichstätt gewesen zu sein und "sehr regen Kontakt" mit ihm gehabt zu haben. Auch das ist laut Mixa erfunden, denn er sagt: "Ich habe kein Bild von diesem Mann". Erst später habe er erfragt, dass der Angeklagte damals unter den Ministranten gewesen sein könnte, wahrgenommen habe er ihn aber nie.
Der Angeklagte schrieb im Herbst 2010 allerdings auch einen Brief an Mixa, der vom Gericht verlesen wurde. Er beginnt mit den Woren "Hallo lieber Bschof Walter, ich habe mehrmals schon versucht, Dich zu erreichen". Am Ende heißt es: "Eine stille Umarmung, Dein . . ." Mixa betonte auf Nachfrage, er habe ohne persönliche Kenntnisse der Person des Bittstellers aus Mitleid und Mitgefühl geholfen, wie er das auch in der Vergangenheit in anderen Fällen oft schon getan habe. "Auch da ist oft kein Geld zurück gekommen", sagte der emeritierte Bischof. Dann war die rund zehnminütige Befragung des prominenten Zeugen auch schon wieder vorbei.
Das Verfahren gegen den Serienbetrüger geht am 8. März weiter. Da könnte auch bereits das Urteil fallen. Dem Mann droht eine langjährige Haftstrafe und danach die Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik.
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