Startseite
Icon Pfeil nach unten
Neuburg
Icon Pfeil nach unten

Notaufnahme: Nachtleben: K.O.-Tropfen im Umlauf

Notaufnahme

Nachtleben: K.O.-Tropfen im Umlauf

  • |
  • |
  • |
    In den Neuburger Nachtgastronomien scheinen derzeit K.O.-Tropfen die Runde zu machen. Wer einen anderen Menschen mit diesen Mitteln betäubt, begeht eine Straftat, gefährliche Körperverletzung.
    In den Neuburger Nachtgastronomien scheinen derzeit K.O.-Tropfen die Runde zu machen. Wer einen anderen Menschen mit diesen Mitteln betäubt, begeht eine Straftat, gefährliche Körperverletzung. Foto: Sebastian Hofmann

    Die Aussagen in der Neuburger Notaufnahme sind fast immer gleich: „Ich hab’ doch fast nichts getrunken“, heißt es seit einigen Wochen von immer mehr Leuten. Meist sind es junge Frauen, die freitags oder samstags in der Nacht in die Kliniken St. Elisabeth kommen oder eingeliefert werden und über Gedächtnislücken und extrem starke, scheinbar unbegründete Rauschzustände klagen. Zwar gibt es keine stichhaltigen Zahlen, doch die Verantwortlichen in der Notaufnahme sind sicher: Im Neuburger Nachtleben sind derzeit verstärkt K.O.-Tropfen im Umlauf.

    Narkotisierende Medikamente oder andere chemische Stoffe würden schon die gesamte Wintersaison von Unbekannten eingesetzt, heißt es weiter aus dem Klinikum. Seit spätestens Silvester ziehe es sich durch, dass jedes Wochenende junge Frauen unbewusst die meist farb- und geruchlosen Tropfen zu sich nehmen. Der Verdacht liege nahe, dass es sich um einen Täter oder eine kleine Gruppe handle, die Ahnungslose aus reinem Vergnügen betäuben. Unbeaufsichtigten Getränken in Bars und Kneipen fügen sie einige Tropfen hinzu, beim nächsten Schluck kann es dann um die Opfer bereits geschehen sein. Erst am Donnerstag, Weiberfasching, soll es wieder eine junge Neuburgerin in einer Kneipe erwischt haben.

    K.O.-Tropfen werden meist von Kriminellen eingesetzt, um die benebelten Opfer auszurauben oder zu vergewaltigen. Solche Taten hat die Neuburger Polizei allerdings bisher nicht registriert. Zum Glück, wie Polizeihauptkommissar Karl Hafner, stellvertretender Leiter der PI Neuburg, sagt. „Es gibt Verrückte, die nur die Wirkung von K.O.-Tropfen sehen wollen“, sagt er. Das ist überhaupt kein Spaß, denn bei zu hoher Dosierung können manche Betäubungsmittel tödlich sein.

    Die Neuburger Beamten haben ebenfalls keine Fallzahlen zum Einsatz der Betäubungsmittel. Nur der Fall einer Frau sei derzeit in Bearbeitung, die rechtzeitig für eine Blutabnahme auf der Wache war. Hier ermitteln die Beamten derzeit gegen unbekannt. Karl Hafner erklärt, dass nur wenige mutmaßliche Opfer den sofortigen Weg zur Polizei antreten. „Und nach ein paar Stunden wird es schwer, K.O.-Tropfen im Blut nachzuweisen“, sagt er. Er appelliert, sofort zur Polizei zu gehen und Blut abnehmen zu lassen. Wenn es tatsächlich mehrere Fälle gibt, würden sich die Hinweise nach einer Weile verdichten. „Solche Ermittlungen brauchen Zeit. Aber irgendwann kriegen wir die Täter.“ Außerdem gibt der Hauptkommissar Tipps, wie sich diese Taten vermeiden lassen: Getränke, wenn möglich, direkt aus der frisch geöffneten Flasche trinken und sie immer in der Hand halten. „Wenn eine Gruppe junger Leute zusammen unterwegs ist, können die Partygänger auch aufeinander achten“, rät Hafner zudem.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden