Bittenbrunn Das umstrittene Büttner-Denkmal ist durch eine neue Gedenktafel ersetzt worden. An gleicher Stelle haben die Bayerischen Staatsforsten eine Platte aus Jura-Marmor angebracht, die nun an den dort im Jahr 1942 verstorbenen Neuburger Forstmeister erinnern soll. Von barbara Feneberg

Die alte Gedenktafel war vor zwei Jahren zum Stein des Anstoßes geworden. Denn die Inschrift war in nationalsozialistischem Propagandastil verfasst. "Die Wortwahl war einfach nicht akzeptabel", sagt Betriebsleiter Elmar Bernauer. Sie lautete: "Hier [...] fiel im heldenhaften Kampf mit russischen Ostarbeitern durch Meuchelmord Hubert Büttner." Man befürchtete damals, der Stein könnte zum Treffpunkt für Neonazis werden. Die Neuburger Sozialdemokraten stellten den offiziellen Antrag, die Tafel zu entfernen.
Am liebsten wäre es, das Mahnmal wächst wieder ein
Doch Hubert Büttner soll weiter gedacht werden. Auch, wenn bis heute unklar ist, wie der Forstmeister und Wehrmachts-Offizier tatsächlich starb. Hubert Büttner kam an dieser Stelle - in einem kleinen Steinbruch im Wald zwischen Bittenbrunn und Riedensheim - zu Tode. Das steht fest. Ob der dreifache Familienvater tatsächlich von drei KZ-Flüchtlingen ermordet wurde, ist nicht eindeutig zu belegen. Gerichtsakten und Unterlagen aus dem militärischen Archiv spiegeln ein äußerst unklares Bild. Einmal wird von "Freitod" - also Selbstmord - geschrieben, ein anderes Mal heißt es, Büttner sei "gestorben". Die Gerichtsakten enthalten widersprüchliche Zeugenaussagen und auch keinen Obduktionsbericht. "Wir wissen einfach gar nicht, was passiert ist", sagt Neuburgs Stadtarchivarin Dr. Barbara Zeitelhack, die sich intensiv mit der Materie befasst hat.
Mit dem neuen Gedenkstein möchten die Bayerischen Staatsforsten den Menschen, die sich ehrenhaft an Büttner erinnern wollen, entgegenkommen. Die alte Platte ist bereits im Ingolstädter Armeemuseum aufgestellt.
Weg dorthin ist schwer zu finden
Am liebsten allerdings wäre es den Beteiligten, wenn der Stein wieder vom Wald verschluckt wird, so wie es vor zwei Jahren war. Damals war das Denkmal im Steinbruch völlig eingewachsen, der Serpentinenweg war unbegehbar. Die Aktivsenioren hatten das Mahnmal in guter Absicht freigelegt und somit die Entrüstung darüber heraufbeschworen.
Wer heute den Weg zur Tafel sucht, dem weist ein Holzkreuz am Waldrand bei der Bittenbrunner Staustufe den Weg. Hinauf geht es über Serpentinen bis zu einem kleinen Steinbruch. Noch ist die Spur zu sehen.
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