Ingolstadt "Ein Ingolstadt für Alle" - so lautete vor zwölf Monaten das Wahlkampfmotto der Linken. Und unter dieser Überschrift hatten jetzt am Freitagabend die beiden Stadtratsneulinge Ulrike Hodek und Jürgen Siebicke zusammen mit Bundestagsabgeordneten Eva Bulling-Schröter zu ihrem ersten Neujahrsempfang eingeladen.

Dass für sie dieser Wunsch "für Alle" kein bloßes Lippenbekenntnis war und ist, konnte man alleine schon daraus ersehen, dass die Zusammenkunft im Alevitischen Kulturzentrum in der Ingolstädter Seeholzerstraße stattfand, der ecuadorianische Musiker Galo Cordova Lieder aus Lateinamerika vortrug und das große Büfett aus lukullischen Spezialitäten aus dem Orient bestand. In seinem Resümee der ersten neun Monate Stadtratsarbeit zeigte sich Jürgen Siebicke zufrieden mit dem von seiner Partei hier Erreichten: "Wir waren im März angetreten, um Ingolstadt ein Stück zu verändern." Dass die Diskussionen hier jetzt weitgehend anders verlaufen ist, schrieb er seiner Arbeit und der seiner Stadtratskollegin Ulrike Hodek zu. Und auch, dass künftig von der Verwaltung für jeden Ingolstädter Stadtteil eigene Mittel für Arbeiten "vor Ort" bereitstehen, sei eine alte Forderung der Linken gewesen: "Damit sind wir auf dem von uns schon immer geforderten Weg zum kommunalen Bürgerhaushalt."
"Stadträte zum Anfassen"
Bulling-Schröter - nach dem "Umzug" Horst Seehofers von Berlin nach München mittlerweile einzige Vertreterin der Region Ingolstadt in der Bundeshauptstadt - lobte die Arbeit ihrer beiden Parteifreunde: "Das sind für die Bürger 'Stadträte zum Anfassen'." Zumindest teilweise zufrieden zeigte sie sich mit der Arbeit der neuen Bayerischen Staatsregierung. Bulling-Schröter leicht ironisch: "Horst Seehofer übernimmt ja reihenweise alte Forderungen der Linken - beim NPD-Verbot zum Beispiel und bei der Einführung von Volksbegehren."
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